23.11.2017

Weltärztebund modernisiert hippokratischen Eid

Berlin – Der Weltärztebund (WMA) hat den hippokratischen Eid modernisiert. Die neue Fassung beinhaltet auch einen Appell an die Ärzte selbst – nur wer sich auch um seine eigene Gesundheit kümmere, könne seine Patienten auf höchstem Niveau versorgen. Angesichts der zunehmenden Arbeitsverdichtung scheint das ein wichtiges Anliegen des WMA zu sein.

Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf das Genfer Gelöbnis, das aus dem Jahr 1948 stammt. In vielen Ländern ist es Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat es sogar Gesetzcharakter. Der WMA rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung weltweit als ethischer Kodex für alle Ärzte anerkannt wird. In der neuen Version verpflichtet das Gelöbnis die Ärzte, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. „Die Neufassung hebt nun stärker als zuvor auf die Autonomie des Patienten ab“, fasst Prof. Frank Ulrich Montgomery, stellvertretender Vorsitzender des WMA, den überarbeiteten Eid zusammen. Die Änderungen hat eine internationale Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesärztekammer über einen Zeitraum von zwei Jahren vorbereitet.

Darüber hinaus fassten die WMA-Delegierten eine Reihe weiterer Beschlüsse. So verabschiedeten sie die „Deklaration von Chicago“ zur Qualitätssicherung in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung. Darin fordert der Weltärztebund die Implementierung moderner Akkreditierungs- und Anerkennungssysteme an den medizinischen Fakultäten.
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