21.08.2019

Virtuelles Krankenhaus Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen startet ein Pilotprojekt: Auf einer digitalen Plattform bündeln Fachärzte von Kliniken landesweit ihre Expertise für die Behandlung von Patienten. Sie soll auf die gesamte medizinische Versorgung ausgeweitet werden. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat das Konzept kürzlich vorgestellt.

Die digitale Vernetzung von Fachärzten und der Austausch von Patientendaten schaffen neue Möglichkeiten zur Behandlung und Diagnose: Telekonsile, elektronische Visiten, Videosprechstunden oder Monitoring für chronische Erkrankte. In einem zentralen Verzeichnis suchen Behandler nach Spezialisten, die sie per Mausklick kontaktieren. In der Pilotphase kooperieren „medizinische Spitzenzentren“, die Expertise in fächerübergreifender Diagnostik, digitaler Medizin und Datenübermittlung haben. Vertreter dieser Kliniken sind im Gründungsausschuss vertreten, der die Basis für das Virtuelle Krankenhaus schafft. Die Pilotphase beginnt im Frühjahr 2020. Dafür stellt das Land NRW bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Perspektivisch werde das Virtuelle Krankenhaus auf den ambulanten Bereich ausgeweitet, heißt es im Konzept. Neben Kliniken und niedergelassenen Ärzten sollen Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen beteiligt sein. Patienten können sich auf der Plattform informieren, beraten lassen, Termine vereinbaren und mit ihrem behandelnden Arzt kommunizieren. Minister Laumann spricht von „modernen und zukunftsfähigen Versorgungsstrukturen, die für die Patienten eine bedarfsgerechte, ortsnahe und qualitätsorientierte Behandlung bieten“.
Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) begrüßt das Vorhaben. Die Pläne „sind ein wichtiger Baustein einer flächendeckenden Digitalisierung und Vernetzung der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser“, erklärt Matthias Blum, Geschäftsführer der KGNW.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter