16.09.2020

TI-Panne: Gematik zahlt höchstens 150 Euro

Berlin – Die Gematik übernimmt die Kosten, die Ärzten durch die Panne in der Telematikinfrastruktur (TI) Ende Mai entstanden sind. Sie betont aber, dass sie an der Störung keine Schuld trägt.

Die Gematik kommt für die Kosten auf, „die durch IT-Dienstleister bei der Behebung des fehlerhaften Wechsels des DNSSec-Vertrauensankers entstanden sind und die nicht bereits durch die TI-Betriebskostenpauschale abgedeckt sind“. Kosten im Zusammenhang mit anderen Ursachen, etwa ein vergessenes Passwort oder ein unsachgemäßer Betrieb des Konnektors, würden nicht erstattet. Gezahlt werden pro Leistungserbringer und nur für einen Konnektor maximal 150 Euro. Die Praxen müssen dafür per E-Mail bis zum 18. September an betrieb@gematik.de einen Antrag stellen.

Die Störung führte dazu, dass Ende Mai für mehrere Tage in rund 80.000 Praxen kein Online-Abgleich von Versichertenstammdaten mehr möglich war, erinnert der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa). Er fordert, dass alle tatsächlich entstandenen Kosten „in voller Höhe erstattet werden“.

Die Kostenübernahme hat die Gesellschafterversammlung der Gematik mehrheitlich beschlossen. Davon sind Krankenkassenvertreter nicht begeistert, wie sie auf der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrats des GKV-Spitzenverbands (GKV-SV) erklären. Denn letztendlich kommen die Kassen für den finanziellen Schaden auf. GKV-SV-Chefin Dr. Doris Pfeiffer erklärt, dass ihr Verband als einer der Gesellschafter nicht für den Beschluss gestimmt hat. „Wir haben von Beginn an deutlich gemacht, dass wir nicht der Auffassung sind, dass die Gematik Zahlungen leisten kann oder darf.“ Sie versucht, Licht ins Dunkel zu bringen: „Es scheint so zu sein, dass der von der Gematik beauftragte Betreiber der TI einen Fehler gemacht hat.“ Deswegen sieht Verwaltungsratsmitglied Nikolaus Chudek die Industrie in der finanziellen Pflicht: „Die Herrschaften, die daran Geld verdienen, sollen auch die Kosten übernehmen.“
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