22.10.2012

Thüringen: Netzwerk gegen Krankenhausinfektionen

Jena – Ein Netzwerk von Kliniken, Rehaeinrichtungen und mikrobiologischen Laboren in Thüringen nimmt den Kampf gegen Krankenhausinfektionen auf. Im „Alerts-Net“ werden zum ersten Mal in einem Bundesland die Daten von Patienten landesweit zusammengeführt, bei denen krankheitsauslösende Keime im Blut nachgewiesen wurden.

In einem zweiten Schritt wollen die Partner Schritte zur nachhaltigen Infektionsprävention und verbesserten Diagnostik ausbauen und diese anschließend überprüfen. „Durch das gemeinsame Netzwerk können wir nun ein thüringenweites Meldesystem für Blutstrominfektionen entwickeln, also für die tatsächlich festgestellten Infektionen anhand der analysierten Blutkulturproben“, sagt Prof. Dr. Frank Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena (UKJ). Brunkhorst leitet die Paul-Martini-Forschergruppe zur Klinischen Sepsisforschung am UKJ, die das Netzwerk koordiniert. Damit werde erstmals eine Übersicht aller Blutstrominfektionen in Thüringen zur Verfügung stehen. So könne man gezielt Patientengruppen identifizieren und daraufhin zusätzliche präventive und diagnostische Bemühungen ausrichten und langfristig die Anzahl der Infektionen, aber auch die Antibiotikaresistenz reduzieren.
Die Teilnahme am Netzwerk ist freiwillig, bislang beteiligen sich 22 Kliniken sowie 14 Reha-Einrichtungen und 14 mikrobiologische Labore. Dr. Roland Schmitz von der UKJ-Forschergruppe erklärt: „Unser Ziel ist es, dass möglichst alle stationären Einrichtungen Thüringens, also Kliniken und Reha-Einrichtungen, an dem Netzwerk mitmachen. Denn Infektionserreger wie z.B. multiresistente Fäkalbakterien (ESBL), MRSA oder andere Keime sind eine Gefahr für alle Patienten, egal wo sie gerade zur Behandlung sind.“ Und natürlich würden auch Patienten von einer Einrichtung in eine andere verlegt. Gerade daher sei ein solches Netzwerk wichtig.
In diesem Jahr wird zunächst mit der Datenerhebung begonnen. Langfristiges Ziel ist auch, ein Gütesiegel für die Einrichtungen zu etablieren, die sich aktiv am Netzwerk beteiligen. Gefördert wird das Projekt bis 2014 durch das Bundesgesundheitsministerium mit fast 450.000 Euro.
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