19.12.2008

Solarium: Verbot für Minderjährige gefordert

Berlin – Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Deutschen Krebshilfe zeigt, dass Solariennutzer sehr gut über die Risiken Bescheid wissen. Trotzdem beginnt ein Viertel schon als Minderjährige mit der Bräunung. Als Konsequenz fordert die Deutsche Krebshilfe nun ein Verbot von Solariumsbesuchen für Minderjährige.



Von den rund 14 Millionen Solariumsnutzern zwischen 18 und 45 Jahren hat ein Viertel bereits im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem Besuch begonnen. Dies widerspricht den freiwilligen Vereinbarungen, die die Solarienindustrie mit der Deutschen Krebshilfe, dem Bundesumweltministerium und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) vor fünf Jahren getroffen hat. „Wer vor dem 35. Lebensjahr mit der Solariennutzung beginnt, verdoppelt nahezu sein Risiko, später an dem gefährlichen Schwarzen Hautkrebs zu erkranken“, sagt der zweite ADP-Vorsitzende Prof. Eckhard Breitbart. Mehr als 90 Prozent der Nutzer wissen dies aber, wie die Studie zeigt. Dass künstliche UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko erhöht, bejahen knapp 97 Prozent, dass sie zu vorzeitiger Hautalterung führt sogar 98,7 Prozent.
Da die freiwilligen Maßnahmen zur verantwortungsvollen Nutzung nicht greifen, fordert Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Verbote: „Die ernüchternden Ergebnisse zeigen, dass die auf Freiwilligkeit beruhende Initiative ein Misserfolg war. Daher fordern wir gemeinsam mit der Strahlenschutzkommission eine gesetzliche Regelung für ein Verbot der Solariennutzung für unter 18-Jährige.“ Nur so ließe sich die Zahl der jährlich 140.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs verringern. Kinder seien besonders anfällig. „UV-Schutz soll für Kinder und Eltern so selbstverständlich werden wie Zähneputzen“, so Nettekoven. Zudem müssten Solarienstudios zur Beratung und Information über die Risiken verpflichtet werden.
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