16.09.2020

Schutzmasken sind oft mangelhaft

Berlin – Insgesamt 2,7 Milliarden Schutzmasken hat der Bund im Zuge der Corona-Pandemie geordert, vorrangig bei Herstellern in China. Doch ein großer Teil der Schutzmasken erfüllt die hierzulande geltenden Qualitätskriterien nicht. Das teilt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf Anfrage der Grünen-Fraktion mit.

Die georderten Masken werden laut Auskunft des BMG sowohl vor als auch nach der Einfuhr stichprobenartig anhand einer Checkliste geprüft sowie ebenfalls stichprobenartig einer Laboruntersuchung in Deutschland unterzogen. Insgesamt hätten Prüfstellen wie TÜV Nord, TÜV Süd und DEKRA bis zum 12. August mehr als 5.400 Checklistenprüfungen und mehr als 3.000 Laborprüfungen vorgenommen. Bei einer Vielzahl der Masken wurden im Zuge dessen Mängel festgestellt. Laut BMG fielen 20 Prozent durch die Checklistenprüfung, im Labor, wo nur Masken mit positivem Checklisten-Ergebnis geprüft werden, lag die Fehlerquote sogar bei 40 Prozent.
Bei der Prüfung anhand der Checkliste fielen vor allem Unzulänglichkeiten bei Aussehen und Farbe, Material sowie Form und Passform ins Gewicht, im Labor beanstandeten die Prüfer Mängel hinsichtlich des Atemwiderstands und der Durchlässigkeit. Viele dieser Fehler könnten Maskenträger selbst feststellen, sodass durch sie keine unbewusste Selbstgefährdung verursacht werde, betont das BMG. Für Masken mit verminderter Filterleistung gelte dies jedoch nicht. „Partikelfiltrierende Halbmasken mit mangelhaften Durchlasswerten gewährleisten deshalb nicht den Schutz, auf den die Träger vertrauen.“ Die fehlerhaften Masken sind laut BMG bislang nicht vernichtet worden. „Damit es nicht zu einer unautorisierten Auslieferung kommt, sind die beauftragten Logistik-Unternehmen angewiesen, diese Masken entsprechend zu kennzeichnen und systematisch zu sperren.“
Den Vorwurf mehrerer Kassenärztlicher Vereinigungen (KVen), sie nicht ausreichend über die verteilten unsicheren Masken informiert zu haben, weist das Ministerium unterdessen zurück: Beim TÜV sei für Nachfragen eigens ein Callcenter eingerichtet worden, außerdem habe man den KVen die Möglichkeit gegeben, Masken auf Kosten des BMG prüfen zu lassen.
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