22.05.2019

Psychotherapie auch per Videotelefonat

Berlin – In Zukunft sind psychotherapeutische Behandlungen auch per Videotelefonat möglich, wie die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) informiert. Akutbehandlungen sind jedoch davon ausgeschlossen.

Psychotherapie auch per VideotelefonatMit einer entsprechenden Anpassung der Psychotherapie-Vereinbarung sind laut BPtK der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung dem Auftrag aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz nachgekommen.

Nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde und probatorischen Sitzungen im unmittelbaren Kontakt können Psychotherapeuten zukünftig ihren Patienten eine Kurz- oder Langzeitbehandlung sowie Rezidivprophylaxen per Video anbieten. Dies biete Chancen für eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung, beispielsweise für Menschen, die aufgrund einer chronischen körperlichen Erkrankung nicht regelmäßig eine psychotherapeutische Praxis aufsuchen können.

Akutbehandlungen sind jedoch von der Videobehandlung ausgeschlossen. „Damit bleiben die Chancen der Digitalisierung ausgerechnet für die Patienten ungenutzt, die besonders dringend auf psychotherapeutische Hilfe angewiesen sind“, kritisiert Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. In einer Resolution zur Videobehandlung forderte der Deutsche Psychotherapeutentag im März, dass über Einsatz, Anzahl und Frequenz von Videobehandlungen in der Psychotherapie ausschließlich Psychotherapeut und Patient entscheiden. Unklar ist aktuell, wie die Leistungen per Video vergütet werden. Eine entsprechende Entscheidung des Bewertungsausschusses steht noch aus.
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