16.01.2020

Neuer EBM gilt ab 1. April 2020

Berlin – Nach langem Ringen einigen sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) auf eine Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Dieser gilt ab dem 1. April. Konfliktreiche Punkte wie ambulantes Operieren, Sachkostenpauschale, Hausbesuche und kalkulatorischer Arztlohn klammern die Verhandlungspartner aus. Sie sollen im nächsten Jahr wieder auf die Agenda kommen.

„Es ist uns gelungen, die sprechende Medizin abzubilden, verkündet KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen nach den Verhandlungen. Das gehe allerdings etwas zu Lasten der technischen Fächer, räumt er ein. Aber: „Für den Großteil der Vertragsärzte wird sich durch die EBM-Reform nicht viel ändern.“ Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-SV, äußert ihre Freude über die Stärkung der „zuwendungsorientierten Medizin“: „Gerade das Patienten-Arzt-Gespräch und die persönliche Untersuchung haben für den Erfolg einer Behandlung eine herausragende Bedeutung.“
Die Reform ist ausgaben- und punktsummenneutral, wie beide Verhandlungspartner mitteilen. Überrascht sei die KBV gewesen, dass die Kassenvertretung im Vorfeld unter diesem Gesichtspunkt die Hausarztbesuche aufwerten wollte, sagt der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. „Das konnten wir auf keinen Fall akzeptieren“, betont er, „da dies zu Lasten, insbesondere im hausärztlichen Bereich, der Versorger gegangen wäre.“ Das hätte eine Abwertung der Versichertenpauschalen zur Folge gehabt. Der GKV-SV habe diesen Punkt in der Sitzung zurückgezogen.
Harsche Kritik kommt von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen. Sie wirft dem KBV-Vorstand Versagen vor, durch die Reform befürchtet sie eine (Teil-)Enteignung und Umverteilung. Die KV fordert in einer Resolution unverzügliche Neuverhandlungen. Gassen bezeichnet Medienberichten zufolge die Kritik als „skurril“. KV-Vertreter seien stets über die Entwicklungen der Reform auf dem Laufenden gehalten worden.
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