22.10.2012

Neue Zertifizierungskriterien für Stroke Units

Berlin – Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) hat für zertifizierte Schlaganfallabteilungen, so genannte Stroke Units (SU), neue Kriterien zur Zertifizierung vorgelegt. Damit soll der Qualitätsstandard weiter verbessert werden.

So sei beispielsweise die Zahl der jährlichen Thrombolysen, die eine Einrichtung nachweisen muss, angehoben worden. Präzisiert worden seien auch die Kriterien für die Personalberechnung. Neu sei außerdem, dass die SU-Kommission der DSG jetzt zwischen relevanten Minimalforderungen und zusätzlichen Empfehlungen unterscheidet. „Wir wollen die Betreiber der Stroke Units ermuntern, die Mindestanforderung zu überschreiten und gezielt und kreativ über diese hinauszugehen“, sagt Prof. Dr. Otto Busse, Generalsekretär der DSG. Wer den Empfehlungen folge, könne zusätzliche Fortbildung der Mitarbeiter organisieren, wirksame Standards zur Beschleunigung der Lysetherapie erarbeiten, die Kommunikation zwischen Rettungsdienst und SU verbessern oder das Verlegungsmanagement optimieren.
Zu einer Stroke Unit gehören, neben einer apparativen Überwachung der Patienten und einem qualifizierten Team aus Ärzten und Pflegepersonal, die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten, wie zum Beispiel Kardiologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Gefäßchirurgie, sowie adäquate Regelungen und Organisationsstrukturen zur Schlaganfallversorgung im Krankenhaus. Alle drei Jahre muss sich eine SU erneut zertifizieren lassen.
In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 260.000 Menschen einen Hirninfarkt, etwa 63.000 Menschen sterben daran. Beim Schlaganfall kommt es auf jede Minute an: Je früher die Behandlung zum Beispiel mit einer Thrombolyse beginnt, desto besser sind die Ergebnisse. Schätzungen gehen davon aus, dass bundesweit bereits mehr als zwei Drittel der akuten Schlaganfallpatienten in einer der 200 zertifizierten Stroke Units behandelt werden.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter