23.03.2020

Milliarden-Defizit bei den Krankenkassen

Berlin – Alle Krankenkassenarten, bis auf die landwirtschaftliche Krankenkasse, verzeichnen 2019 erwartungsgemäß ein Defizit. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hervor.

Das größte Minus verbuchen demnach die Ersatzkassen mit 859 Millionen Euro. Es folgen die Betriebskrankenkassen (295 Millionen Euro), die Innungskrankenkassen (231 Millionen Euro), die AOKen (121 Millionen Euro) und die knappschaftliche Krankenversicherung (58 Millionen Euro). Insgesamt hätten die Kassen rund 1,5 Milliarden Euro mehr ausgegeben, als sie aus dem Gesundheitsfonds erhalten haben, teilt das BMG mit. Die Finanzreserven beliefen sich Ende 2019 auf rund 19,8 Milliarden Euro. Dies entspreche im Durchschnitt knapp einer Monatsausgabe und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz hätte im vergangenen Jahr bei 1,0 Prozent (0,1 Prozentpunkte niedriger als 2018) gelegen und befinde sich auch zum Jahreswechsel 2019/2020 auf diesem Niveau.
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen sind mit 3,9 Prozent deutlich stärker gestiegen als 2018 und 2017. Die Krankenhäuser erhielten etwa drei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. „Neben den Erhöhungen der Landesbasisfallwerte von gut 2,6 Prozent haben sich hier auch Verbesserungen aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz ausgewirkt“, teilt das BMG mit.
Die Arzneimittelausgaben verzeichnen ein Plus von 5,6 Prozent. „Die Krankenkassen wurden durch deutliche Zuwächse (plus 11,2 Prozent) bei Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmern entlastet“, so das Ministerium. „Hohe Zuwachsraten von 17,5 Prozent gab es bei den Ausgaben für Schutzimpfungen.“
Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung sind die Ausgaben um rund 4,0 Prozent angewachsen. Deutliche Steigerungsraten gebe es laut BMG bei Hochschulambulanzen (plus 9,5 Prozent) und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (plus 15,1 Prozent).
Überproportional haben sich die Ausgaben für Heilmittel (+15,1 Prozent) entwickelt. Laut BMG machen sich die Honorarsteigerungen bemerkbar.
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