27.11.2012

Krankenhauskosten sind gestiegen

Wiesbaden – Die Kosten für stationäre Krankenhausaufenthalte sind 2011 auf durchschnittlich 3.960 Euro je Behandlungsfall gestiegen. Das waren knapp 100 Euro oder 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den einzelnen Ländern.

Die Gesamtkosten der Krankenhäuser beliefen sich demnach im vergangenen Jahr auf 83,4 Milliarden Euro. Vollstationär behandelt wurden rund 18,3 Millionen Patienten. Die Krankenhauskosten setzten sich im Wesentlichen aus den Personalkosten in Höhe von 49,5 Milliarden Euro (+ 4,3 Prozent gegenüber 2010), den Sachkosten (31,7 Milliarden Euro, + 4,4 Prozent) sowie den Aufwendungen für den Ausbildungsfonds (1,1 Milliarden Euro, + 2,7 Prozent) zusammen. Weitere 1,2 Milliarden Euro entfielen auf Steuern, Zinsen, ähnliche Aufwendungen und Ausbildungsstätten. In den Gesamtkosten waren Ausgaben für nichtstationäre Leistungen in Höhe von 10,8 Milliarden Euro enthalten. Darunter fallen unter anderem Ausgaben für die Ambulanz sowie für wissenschaftliche Forschung und Lehre. Die Aufwendungen der rein stationären Krankenhausversorgung lagen somit bei rund 72,6 Milliarden Euro.
Die durchschnittlichen Kosten je Fall variierten stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Am niedrigsten waren sie in Brandenburg mit 3.570 Euro, am höchsten in Hamburg mit 4.628 Euro. Die Abweichungen sind den Statistikern zufolge strukturell bedingt: Sie würden vom Versorgungsangebot sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst.
„Kostendruck und Wettbewerb bei den Krankenhäusern schlagen schon jetzt voll auf die Beschäftigten und die Patientenversorgung durch“, kommentiert der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, die Zahlen. „Statt reflexartiger Rufe der Krankenkassen nach weiteren Einsparungen, brauchen wir konstruktive Vorschläge, wie der offenkundig steigende Finanzierungsbedarf der Krankenhäuser in einer älter werdenden Gesellschaft gedeckt werden kann.“ Die Gründe für den Anstieg sind für den BÄK-Präsidenten vielfältig. Neben dem demografischen Wandel verweist Montgomery auf den Investitionsstau in den Kliniken, der häufig nur noch mit Mitteln aus der Patientenversorgung gemildert werden könne. Zudem benötigten die Kliniken zusätzliche Gelder für steigende Haftpflichtprämien und zur Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen. Die im Krankenhausgesetz verankerte Kollektivhaftung der Krankenhäuser bei Leistungssteigerungen sollte abgeschafft werden. „Stattdessen brauchen wir eine neue, gerecht gestaffelte Mehrleistungsregelung oder alternative Steuerungsinstrumente“, so Montgomery.
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