16.09.2020

Krankenhausförderung: 7,8 Millionen Euro für Mitarbeiterprogramme

Berlin – Jede fünfte Klinik hat 2019 Fördergeld der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf bekommen. Das macht eine Gesamtsumme von rund 7,8 Millionen Euro, wie der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) mitteilt.

Mit dem Geld sollen Krankenhäuser ihre Arbeitsstrukturen moderner gestalten. Zu den Angeboten zählen zusätzliche Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und mitarbeiterorientierte Arbeitszeitmodelle, teilt GKV-SV-Vorständin Stefanie Stoff-Ahnis mit. „Attraktive Arbeitsbedingungen sind besonders in Pflege-Berufen, für Hebammen und Entbindungspfleger wichtig und können helfen, mehr Krankenhauspersonal zu gewinnen“, glaubt sie.

Von den rund 1.000 förderfähigen Kliniken nutzten laut Spitzenverband 213 Häuser – und somit 21 Prozent – das Programm. 117 Einrichtungen vereinbarten Maßnahmen zur Kinderbetreuung und zur Pflege von Angehörigen. 55 Kliniken wollen das Programm nutzen, um flexible, mitarbeiterorientierte Arbeitszeitmodelle in den eigenen Häusern einzurichten, wie etwa Jobsharing, Flexi-Dienste oder Homeoffice. Weiter sollen gezielte Beratungsangebote, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung für das Personal geschaffen werden.

Das Programm geht auf das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz zurück und wurde im vergangenen Jahr erstmalig aufgelegt. Der Förderzeitraum umfasst die Jahre 2019 bis 2024.

Krankenhäuser, die Förderprojekte beantragen, müssen die Hälfte der Kosten selbst tragen. Wenn sie die vereinbarten Maßnahmen nicht oder nicht vollständig umsetzen, müssen sie das Geld zurückzahlen. „Wegen der hohen Eigenanteile verzichten die auf Wirtschaftlichkeit getrimmten Krankenhäuser mehrheitlich auf die Unterstützung des Bundes“, meint Bernd Riexinger, Vorsitzender von Die Linke. 21 Prozent Teilnahmequote sind ihm zu wenig. Er fordert eine Absenkung oder Abschaffung der Eigenanteile. Das Programm an sich begrüßt er aber.
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