24.07.2015

Innovationsfonds: Wie sollen Gelder verteilt werden?

Berlin (pag) – Wie die Mittel des neu aufgelegten Innovationsfonds sinnvoll eingesetzt werden können, hat der Verband der Ersatzkassen (vdek) in einem Gutachten des IGES Instituts Berlin analysieren lassen. Im Mittelpunkt stehen Förderkriterien, Transparenz und Übertragbarkeit der Mittel in die Folgejahre.

„Damit dieses Geld optimal eingesetzt wird, brauchen wir geeignete Förderkriterien und Transparenz im Verfahren“, fordert Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek bei der Vorstellung des Gutachtens „Rahmenbedingungen des Innovationsfonds“. „Qualität und Nutzen müssen das oberste Ziel sein. Ein Projekt muss daran gemessen werden, ob es das Potenzial hat, die Abläufe in der Patientenversorgung zu verbessern.“ Beispiele dafür sind Elsner zufolge Behandlungspfade für Patienten oder eine teamorientierte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufe im Gesundheitswesen. Bei der zu erwartenden Fülle von Anträgen müsse der Innovationsausschuss, der die Gelder verteilen soll, auch den Mut haben, qualitativ schlechten Anträgen eine Absage zu erteilen. Elsner fordert außerdem, dass Krankenkassen nicht nur regelhaft, sondern bei allen Projekten beteiligt werden. Erforderlich sei außerdem eine aussagekräftige Evaluation der Fördermaßnahmen.
„Innovationen entstehen durch Freiraum für Kreativität“, unterstreicht Dr. Karsten Neumann, Geschäftsführer des IGES Instituts. „Es wäre kontraproduktiv, Projekte auszuschließen, weil sie nicht in ein verordnetes Themenspektrum passen.“ Neumann warnt zugleich vor einer Förderung nach dem Gießkannenprinzip; die finanziellen Mittel müssten effektiv und effizient eingesetzt werden. Neumann: „Gute Projekte brauchen Zeit – und Laufzeiten von unter einem Jahr sind für wirklich gute Projekte nicht realistisch.“ Eine Übertragbarkeit der Mittel in Folgejahre sei daher zwingend erforderlich.
Der Innovationsfonds soll von 2016 bis 2019 mit 300 Millionen Euro jährlich neue medizinische Projekte, zum Beispiel Telefon-Coaching für chronisch Kranke, Ideen zur Arzneimitteltherapiesicherheit oder zur Telemedizin, sowie die Versorgungsforschung fördern. Ein Innovationsausschuss, angesiedelt beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), soll die Gelder verteilen.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter