27.11.2012

Inkontinenzversorgung: gemeinsam handeln

Berlin - Vertreter von Krankenkassen, Heimträgern, Herstellern und Leistungserbringern haben sich in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe auf ein „Konsenspapier zur aufsaugenden Inkontinenzversorgung in Alten- und Pflegeheimen“ verständigt. Dies teilt der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mit.

Die Partner sprechen sich darin für Bürokratieabbau, eine optimierte Versorgung unter dem Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprinzip, die Umsetzung des Expertenstandards zur Kontinenzförderung sowie für ein einheitliches Vertrags- und Erstattungskonzept der Krankenkassen aus. Zur Sicherstellung der Versorgungsqualität der Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sei ein einheitlicher Standard zwingend erforderlich. Die Kassen sollten mit den Trägern von Alten- und Pflegeheimen Verträge nach § 127 Abs. 2 SGB V abschließen. Diese müssten kassenübergreifend sein und eine kostendeckende Pauschale für die Versorgung der Bewohner mit Inkontinenzprodukten beinhalten. Als weiteren Schwerpunkt sieht die Arbeitsgruppe die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Produkte und Dienstleistungen. Die derzeitigen Versorgungsstandards entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand der Medizintechnik und Produkttechnologie. Daher sei es dringend notwendig, das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen zu überarbeiten, da dieses den Maßstab für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung darstelle. Drittes Handlungsfeld sei die Qualität und Quantität des Pflegepersonals. Der zunehmende Fachkräftemangel in Alten- und Pflegeheimen und die teilweise nicht angemessen geschulten Pflegekräfte erschwerten eine optimale Inkontinenzversorgung. Ein angemessener Personalschlüssel und geschultes Personal seien jedoch unabdingbar, um eine qualitativ hochwertige Pflege sicherzustellen.
Nach Schätzungen sollen rund 70 Prozent aller Heimbewohner inkontinent sein, so der BVMed. Die Gründung der Arbeitsgruppe „zur Optimierung der Inkontinenz-Versorgung in institutionellen Einrichtungen“ wurde auf einem Round-Table-Gespräch im November 2011 in Berlin beschlossen.
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