18.06.2019

Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

Forbach – Egal ob in Frankreich oder in Deutschland: Die Bewohner der Region an Saar und Mosel sollen sich künftig ohne vorherige Genehmigung in Krankenhäusern auf beiden Seiten der Grenze behandeln lassen können. Das ist das Ziel der MOSAR-Vereinbarung, die Vertreter aus Deutschland und Frankreich in der französischen Stadt Forbach unterzeichnen.

Grenzüberschreitende GesundheitsversorgungMit der Kooperation entsteht eine Zone, in der Versicherte in den teilnehmenden Krankenhäusern Leistungen in Anspruch nehmen können, teilt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit. In einem ersten Schritt können sich französische Patienten in deutschen Kliniken im Bereich Kardiologie und Neurochirurgie behandeln lassen. Außerdem werden mehrfach verletzte Patienten versorgt. Auf französischer Seite sollen weitere Leistungsbereiche wie Nuklearmedizin und Rehabilitation folgen. Die rechtliche Grundlage für die Vereinbarung bildet das deutsch-französische Rahmenabkommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen aus dem Jahr 2005.
Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU), Christophe Lannelongue, Generaldirektor der Agence Régionale de Santé Grand Est, Charlotte Britz, Präsidentin des Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit Eurodistrict SaarMoselle, sowie Vertreter von Krankenhäusern und Krankenkassen unterzeichnen die Vereinbarung.
„Nach einem Herzinfarkt sollte es keine Rolle spielen, ob das nächste Herzzentrum in Deutschland oder Frankreich steht“, findet Dr. Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staatssekretär im BMG, „entscheidend ist, dass der Patient optimal behandelt wird“. Durch die Vereinbarung „werde „Europa für die Menschen im Alltag erfahrbar“.
Zur Grenzregion gehören der Regionalverband Saarbrücken und die beiden Gemeinden des Saarpfalz-Kreises Gersheim und Mandelbachtal sowie in Frankreich die Gemeinden des Ostmosel-Verbunds, darunter Forbach und Sarreguemines.
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