16.01.2020

Digitalisierungsschub durch HzV

Berlin – Neues Jahr, neue Hausarztverträge: Der Deutsche Hausärzteverband hat mit der Techniker Krankenkasse (TK) neu verhandelt. Ein Fokus liegt auf Digitalisierung und Telemedizin.

Digitalisierungsschub durch HzVKernpunkte des neuen Vertrages zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) sind ein Innovationszuschlag, die Vergütung von Delegationsleistungen, eine Pauschale für besonderen Betreuungsaufwand und eine Stärkung der sprechenden Medizin bei Depressionspatienten. So bekommen Hausarztpraxen einen Investitionszuschlag, wenn sie über drei von sechs digitalen Infrastrukturangeboten verfügen. „Dazu zählen Online-Terminbuchungen, Videosprechstunden, die Nutzung eines E-Heilberufsausweises sowie Dienste zur digitalen Arztvernetzung und der Anschluss an die Telematikinfrastruktur“, teilt der Hausärzteverband mit. Der Vertrag sieht ferner eine Pauschale vor, wenn Versorgungsassistenten den Ärzten bestimmte Aufgaben durch digitale Unterstützung abnehmen. Dazu gehören laut Verband etwa Hausbesuche mit einem speziellen, telemedizinisch ausgestatteten Rucksack. Damit können bestimmte Messwerte in die Praxis übertragen und der Arzt bei Bedarf per Video in die Wohnung des Patienten zugeschaltet werden.
Der Vertrag greift auch dem Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz vor, mit dem Vereinbarungen, die bestimmte Diagnosen als Voraussetzung für Vergütungen vorsehen, verboten werden. TK und Hausärzteverband haben nun geregelt, dass Hausärzte für den Mehraufwand bei der Betreuung chronisch Kranker eine Pauschale erhalten – unabhängig von einer gestellten ICD-Diagnose. Der HzV-Vertrag gilt seit Januar bundesweit in 13 Kassenärztlichen Vereinigungen.
Einen neuen HzV-Vertrag hat der Hausärzteverband in Rheinland-Pfalz auch mit der AOK abgeschlossen. Hausärzte könnten einen kalkulatorischen Fallwert von „gut 88 Euro“ im Quartal erwarten, heißt es. Leistungen des Vertrages sind unter anderem, dass für den Einsatz von nichtärztlichen Praxisassistenten je Chroniker ein Zuschlag von fünf Euro gewährt wird. Hausbesuche der Versorgungsassistenten werden mit 17 Euro, die der Ärzte mit 30 Euro zuzüglich Wegepauschale vergütet.
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