16.12.2020

Digital Health: Vorteile haben nur die Anderen

Berlin – Die Akteure im Gesundheitswesen glauben an Digital Health. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbands Managed Care (BMC) hervor. 93 Prozent der Teilnehmer am sogenannten Innovationspanel erwarten eine Verbesserung der Versorgungsqualität – allerdings nicht für ihre eigene Berufsgruppe.

Digital Health: Vorteile haben nur die AnderenSo glauben lediglich 14 Prozent der Ärzte und 8,8 Prozent der Krankenhausvertreter an einen Mehrwert für Leistungserbringer. Nur zwölf Prozent der befragten IT- und Digitalunternehmen vermuten, dass ihre Branche profitiert. Die pharmazeutische Industrie und Medizintechnik sind noch pessimistischer (2,5 Prozent), während Patienten denken, dass gerade diese Wirtschaftszweige am meisten profitieren (32,1 Prozent). Generell wird allerdings der Versicherte als größter Nutznießer ausgemacht (77 Prozent), gefolgt von den Ärzten (49) und den IT-Firmen (41). 72 Prozent der Befragten erwarten überdies langfristige Kostensenkungen durch Digital Health.

Den größten Mehrwert sehen die Befragten für die Interaktion zwischen Patient und Leistungserbringer (66 Prozent), gefolgt von Datenverwaltung (61) und Gesundheitskompetenz/Selbstmanagement (40). Top-Herausforderung ist die Akzeptanz der Leistungserbringer (24 Prozent), noch vor technischer Infrastruktur (21) und Datenschutz/-sicherheit (20).

Digitale Lösungen sind im Gesundheitswesen noch nicht weit verbreitet. So haben drei Viertel noch keine Erfahrung mit Videosprechstunden gemacht. Helfen könnten finanzielle Anreize. „Bei einer Beitragsrückerstattung von 50 Euro jährlich würden 62 Prozent der Befragten den ausschließlich digitalen Erstkontakt zum Arzt oder zur Ärztin wahrscheinlich akzeptieren“, teilt der BMC mit.

Brief und Fax sind noch nicht ad acta gelegt worden und weiterhin beliebt – speziell bei über 65-Jährigen. „44 Prozent der älteren Befragten nutzen dies noch regelmäßig“, so der BMC, der für sein Innovationspanel 578 Fragebögen auswertete und Interviews mit Experten führte.
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