16.10.2020

DEKV: Krankenhäuser brauchen Digitalisierungszuschlag

Berlin – Mehr Studienplätze, ein wissenschaftlich fundiertes Personalbemessungsinstrument und ein Digitalisierungszuschlag – das fordert der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) in seinem Positionspapier „Starke Pflege im evangelischen Krankenhaus 2030“.

DEKV: Krankenhäuser brauchen DigitalisierungszuschlagDer DEKV glaubt, dass die Digitalisierung Pflegekräfte entlasten könnte. Das gerade im Bundestag verabschiedete Krankenhauszukunftsgesetz heißt der Verband vor diesem Hintergrund gut. Aber: „Mit Ablauf des Krankenhauszukunftsfonds muss eine regelhafte Erstattung der vollständigen Kosten für Digitalisierung nachhaltig in der Krankenhausfinanzierung mit einem Zuschlag je Fall (Digitalisierungszuschlag) verankert sein. Dies umfasst neben fortlaufenden Investitionen in die Digitalisierung auch Aufwendungen für die Qualifizierung der Pflege“, heißt es im Positionspapier.

Die derzeit geltenden Pflegepersonaluntergrenzen hält der Verband für nicht geeignet. Er fordert deswegen den Gesetzgeber auf, ein wissenschaftlich fundiertes Personalbemessungsinstrument für das Krankenhaus zu beauftragen. Das von Deutscher Krankenhausgesellschaft, Verdi und Deutschem Pflegerat entwickelte Instrument sei für den Übergang geeignet. Es müsste allerdings weiterentwickelt werden.

Zur Attraktivitätssteigerung des Berufsbilds will der DEKV Pflegekarrieren stärken – „vertikal mit einer fachlichen Tiefe oder horizontal mit einer Führungs- und Personalverantwortung“. Im Positionspapier wird deswegen ein strukturiertes Personal- und Kompetenzmanagement vorgeschlagen.

Als wichtig erachten die evangelischen Krankenhäuser gemischte Teams aus Examinierten, Pflegekräften mit Helferabschluss und Pflegewissenschaftlern, von denen besonders vulnerable Patientengruppen und Patienten mit komplexen Behandlungsverläufen profitieren könnten. Um mehr gemischte Teams einsetzen zu können, müssten junge Menschen für eine akademische Pflegeausbildung gewonnen werden. Die Kultusminister und der Bund sollten diese „durch die Einrichtung und Finanzierung von Studienplätzen“ stärken.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter