18.11.2020

Corona-Pandemie: Ambulante Orthopäden entlasten Kliniken

Berlin – Die Coronapandemie ist in Deutschland auch so glimpflich verlaufen, weil der ambulante Sektor die Kliniken entlastet hat. Davon sind die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) überzeugt. Auf der gemeinsamen Jahrespressekonferenz teilen sie die Lektionen, die sie aus der Pandemie gezogen haben.

Die Pandemie habe deutlich gemacht, „wie wertvoll die flächendeckende ambulante Facharztschiene in der Bundesrepublik ist“, sagt Dr. Burkhard Lembeck vom BVOU. In anderen Ländern hätten Patienten mit einem verstauchten Knöchel oder Rückenschmerzen in eine Klinik gemusst und Ressourcen blockiert. Die niedergelassenen Ärzte hierzulande seien jederzeit in der Lage, Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen zu versorgen und die Kliniken zu entlasten. „Das Fazit muss also sein, diese Schiene weiter zu stärken: strukturell, finanziell und personell“, so Lembeck.

Die Belastungen der Ärzteschaft seien durch Corona gestiegen, darum müssten Leistungen besser honoriert werden. Die Praxen bräuchten wegen der Corona-Auflagen mehr Zeit, zudem sei der ökonomische Druck gestiegen, da weniger Patienten behandelt werden könnten und mehr Schutzausrüstung gekauft werden müsse. Schließlich seien auch die körperlichen Anstrengungen durch das ständige Tragen einer Atemmaske gestiegen. „Honoriert werden wir aber nur auf der Basis der Zeit, die für eine einzelne Leistung veranschlagt wird“, so Lembeck. Eine aktuelle Befragung unter Orthopäden und Unfallchirurgen, geleitet von Matthias Pumberger von der Charité, habe gezeigt, dass besonders die Niedergelassenen unter den pandemiebedingten Belastungen leiden. Sie fühlten sich weniger gut vorbereitet, ausgestattet und informiert als ihre Kollegen im Krankenhaus.

Durch die Abstandsregeln könnten die Ärzte zwar nicht mehr so viele Patienten sehen wie früher, dafür bleibe jetzt aber mehr Zeit für das ärztliche Gespräch. DGOU-Generalsekretär Prof. Dietmar Pennig fordert, „das Ende des Massenbetriebs zu nutzen, um der sprechenden Medizin mehr Raum zu geben“.
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