18.09.2019

Chatbot „Marlies“ soll Schwangeren helfen

Berlin – Ein Chatbot namens Marlies soll werdende und junge Mütter rund um die Schwangerschaft und in der Zeit danach unterstützen. Es ist ein Angebot von Nivea in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV). Dieser betont: „Marlies ist eine Ergänzung der Hebammenarbeit, keine Konkurrenz.“ Das sehen einige Geburtshelferinnen allerdings anders.

Chatbot „Marlies“ soll Schwangeren helfenMarlies wird über den Facebook-Messenger aktiviert. „Schwangere und junge Eltern können hier zu jeder Tages- und Nachtzeit Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett stellen und erhalten qualifiziertes Hebammenwissen, das nicht nur das bewährte Fachwissen aus der täglichen Arbeit, sondern auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beinhaltet“, informiert der DHV. Oft reiche die Besuchszeit der Geburtshelferinnen nicht aus, um alle Fragen zu klären. „Marlies springt hier ein und bereitet die Schwangeren und jungen Eltern besser auf den Dialog mit den Hebammen vor“, teilt der Verband mit. Für Hebammen könne Marlies eine Entlastung werden. Der Chatbot gebe nicht vor, Hebammenleistungen zu übernehmen oder diese ersetzen zu können. Der DHV hat sich nach eigenen Angaben in die Erstellung von Marlies eingebracht: „Ein verbandseigenes Team aus Hebammen hat die Antworten des Chatbots geprüft.“
Auf Facebook stößt das Angebot auf Kritik. So schreibt eine Userin: „Ich bin schockiert! So wird man vom eigenen Berufsverband abgeschafft.“ Ein anderer Kommentar lautet: „Ferndiagnose – und dann noch nicht mal durch eine echte Hebamme? Ich fasse es nicht. Die armen Frauen, die sich von dieser ,Marlies‘ Hilfe und kompetente Beratung versprechen.“ Doch es gibt auch Zustimmung: „Es gibt jede Menge unseriöse ähnliche Angebote […]. Dann doch lieber von Fachfrauen (Hebammen) vernünftige Antworten auf all die kleinen Fragen der Schwangeren und Mütter. Und wir Hebammen sollen doch gerade nicht ersetzt werden. Und genau das schreibt der DHV auch.“
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