27.11.2012

BVMed: Wachstum der MedTech-Branche sinkt

Berlin – Das Umsatzwachstum der im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) organisierten Unternehmen hat sich gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Es liegt 2012 bei durchschnittlich 4,4 Prozent, so das Ergebnis der Herbstumfrage des Verbandes.

Im Vorjahr habe es noch bei 5,3 Prozent gelegen. Dabei stagniere vor allem die Entwicklung in Deutschland. Der Export in ausländische Märkte – insbesondere nach Asien – entwickle sich dagegen weiterhin sehr gut, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim Schmitt. Die Gewinnsituation der MedTech-Unternehmen sei durch den enormen Preisdruck, insbesondere durch Einkaufsgemeinschaften und Ausschreibungen, durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und durch höhere Außenstände stark geschmälert. „Der Standort Deutschland wird zwar nach wie vor überwiegend positiv beurteilt. Es werden aber zunehmend die niedrigen Erstattungspreise und eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen kritisiert“, betont Schmitt. So habe Deutschland im internationalen Vergleich die niedrigsten Erstattungspreise beispielsweise im Implantatebereich. Hinzu kämen die Unsicherheiten durch die anhaltende Diskussion über die Sicherheit und den Nutzen von Medizinprodukten, die „pauschalen Verunglimpfungen“ durch die Krankenkassenverbände und die zahlreichen ungeklärten Fragen bei der mit dem Versorgungsstrukturgesetz eingeführten Erprobungsregelung. Der BVMed-Geschäftsführer: „Wir brauchen deshalb rasch stabile Rahmenbedingungen für die Innovationseinführung in Deutschland und die Nutzenbewertung von Medizinprodukten. Das geht nur durch ein verstärktes Miteinander der Beteiligten: Ärzteschaft, Krankenhäuser, Krankenkassen und Unternehmen.“
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation bleibe die Medizintechnik-Branche in Deutschland ein Jobmotor. Knapp 60 Prozent der Unternehmen hätten neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen habe in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2011 bei 21,4 Milliarden Euro gelegen. Insgesamt beschäftige die Branche in Deutschland über 175.000 Menschen.
An der im September 2012 durchgeführten BVMed-Herbstumfrage beteiligten sich 101 Unternehmen.
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