25.08.2009

Beratung: Allianz für bessere Informationen zum Thema Krebs

Berlin – Für Krebskranke und ihre Angehörigen wird es ab Herbst eine zentrale Anlaufstelle bei Fragen zum Thema Krebs geben. Dafür bündeln Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe ihre bisher getrennten Beratungsangebote unter einer gemeinsamen kostenlosen Rufnummer 0800 – 420 30 40.



Weitere Partner sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMG, Marion Caspers-Merk, spricht bei der Vorstellung des neuen Informationsangebotes von einem „guten Tag für alle, die fachlich fundierte Informationen und unabhängige Beratung zum Thema Krebs suchen“. Menschen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, haben viele Fragen, die auf dem neuesten Stand des Wissens beantwortet werden müssen. Deshalb sei es gut, dass sich vier starke Partner zusammengefunden hätten – „im Gesundheitswesen nicht gerade das Übliche“, so Caspers-Merk. „Es ist heutzutage nicht schwierig, Informationen über Krebserkrankungen zu erhalten, im Gegenteil. Beim Stichwort Brustkrebs beispielsweise erscheinen bei Google eine Million Seiten“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Prof. Otmar D. Wiestler, das Problem. „Wie kann ich als Nichtexperte aber unterscheiden: Was sind gute Informationen, die mir helfen und wo sind die, von denen ich lieber die Finger lassen sollte?“ Wiestler weist auch auf die Komplexität der Krankheit hin. Die Rede sei von 200 verschiedenen Krebsarten beim Menschen. „Der Informationsbedarf steigt, das Beratungsgespräch wird immer wichtiger.“
Schon heute gehen beim KID, gegründet 1986 nach dem Vorbild des US-amerikanischen Cancer Information Service, jährlich über 30.000 Anfragen ein. Der Gesamtbedarf werde von Experten aber auf 150.000 bis 200.000 bundesweit geschätzt. „Diesem Bedarf wollen wir gerecht werden“, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF. „Außerdem richten wir am KID den ersten Fachinformationsdienst für Ärzte in Deutschland ein“, so Rachel weiter. „Dieser informiert über die neuesten Entwicklungen in der Forschung und soll gewährleisten, dass diese Erkenntnisse schneller bei den Patientinnen und Patienten ankommen.“ Das Bundesforschungsministerium werde den Ausbau des Krebsinformationsdienstes ab 2010 mit jährlich rund 3,3 Millionen Euro unterstützen, im laufenden Jahr mit einer Million Euro. Geplant sei auch ein Internet-Dienst, um Fragen per Mail beantworten zu können. Um den erweiterten Anforderungen gerecht werden zu können, werde nach Aussage von Wiestler das bisherige Beratungsteam des KID bis zum Jahresende um zehn auf dann 62 Mitarbeiter aufgestockt. Letztendlich sei eine Mitarbeiterzahl von über 100 vorgesehen.
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