22.05.2018

Assistenzroboter helfen Senioren im Alter

Berlin – Welche Auswirkungen haben Digitalisierung und Big Data auf unsere Gesellschaft? Welche ethischen und datenschutzrechtlichen Fragen müssen wir uns stellen? Diese und andere Fragen waren Thema beim „Ersten gesellschaftlichen Dialog Ethik & Digitalisierung“ im Berliner Humboldt Carré. Der Veranstalter Wegweiser Media & Conferences GmbH hatte rund 300 Teilnehmer geladen.

Fragen der Digitalisierung spielen auch im Pflegebereich eine Rolle. „Ältere Menschen wünschen sich in der Regel nicht, in einer Wohngemeinschaft zu wohnen, sondern wollen lieber weiter zuhause bleiben. Durch technische Unterstützung im Haus ist das möglich – zum Beispiel mit dem Roboter Pepper, der sehr emotional wirkt, mit den Senioren kommuniziert, reden, erinnern und 24 Stunden die Woche beobachten kann – was bei einem Menschen nicht möglich ist“, sagte Martin Vesper, CEO digital Strom AG und Mitglied bei der Initiative D21. Zusammen mit Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin Initiative D21, beschäftigt er sich mit Vernetzungstechnologien und Assistenzsystemen für Wohnung oder Haus und entsprechenden ethischen Fragen. „Assistenzsysteme könnten für Selbstbestimmtheit sorgen, wenn man zuhause bleiben kann, und man nicht aufstehen muss, um den Lichtschalter oder das Radio anzumachen“, sagte Müller. Im Bereich Pflege, wenn Assistenzroboter ältere Menschen unterstützen, gebe es mannigfaltige Probleme. Der ethische Konflikt bestehe zum Beispiel bei der Tabletteneinnahme einer älteren Dame. „Hier ist die Frage, ob der Assistenzroboter so programmiert sein soll, dass er sie beeinflusst: Entweder er macht laute Warnsignale und sagt laut, Du musst jetzt Deine Tabletten nehmen oder droht sogar bei Nichteinnahme die Angehörigen oder den Arzt zu informieren“, so Müller weiter. Die Frage sei, wie diese Roboter programmiert sein sollen und wie weit die Autonomie des Menschen gehen soll – darf etwa die ältere Dame auch Ungehorsam üben und die Tabletten-Einnahme verweigern? Bei der Diagnose von Krankheiten könnten Algorithmen zudem Ärzten helfen, zum Beispiel bei Tumorbildern besser zu erkennen, wo risikobehaftete Stellen im Körper sind. Die Diskussion sei aktuell im Gange. Doch fühle man sich heute noch wohler, wenn über einen OP-Eingriff ein Mensch entscheidet.
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