24.10.2017

Arzneimittelinitiative ARMIN läuft bis 2022 weiter

Dresden – Die im Jahr 2014 gestartete Arzneimittelinitiative – kurz ARMIN – in Sachsen und Thüringen wird bis Ende März 2022 verlängert. Das gibt die AOK Plus, einer der Vertragspartner, bekannt.

„Die Rückmeldungen von Ärzten und Apothekern mit teilweise mehr als 100 gemeinsam betreuten Versicherten sind fast durchgehend positiv. Gelobt wird vor allem die klare fachliche Aufgabenzuordnung im Medikationsmanagement, dem Herzstück von ARMIN“, sagt Dr. Ulf Maywald, Projektverantwortlicher von der AOK Plus. Über 2.500 Versicherte profitierten nach Angaben der Kasse bereits vom Medikationsmanagement und dem elektronischen Datenaustausch zwischen Arzt und Apotheker.
Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes, richtet eine klare Forderung an die Politik: „Wir sehen das gemeinsame Medikationsmanagement von Arzt und Apotheker als klare Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit und streben an, dass es als heilberufliche
Leistung Teil des Kollektivvertrags wird.“ Der Gesetzgeber müsse hierfür die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.
Der Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, Sven Auerswald, appelliert insbesondere an die Softwarehersteller, praktikablere Lösungen für Ärzte zu schaffen. Bei ARMIN habe es zu lange gedauert, bis die nötigen Produkte zur Verfügung standen. An die gematik gewandt fordert Auerswald, dass Anwendungen wie ARMIN auch in die Telematikinfrastruktur überführt werden müssten. Darüber hinaus verweist er darauf, dass in Teilen Thüringens und auch Sachsens nach wie vor schnelle Internetverbindungen fehlten. Das bedeute für die dortigen Heilberufler „enorme Behinderungen, die mit einem teils hohen Zeitaufwand verbunden sind“.
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