18.09.2019

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: KBV will Angebot bewerben

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will den ärztlichen Bereitschaftsdienst samt Rufnummer mit einer Kampagne bewerben, informiert der Vorstand bei der Vorstellung der Versichertenbefragung 2019 vor Journalisten. Die Organisation will den Dienst bekannter machen. Denn die Ergebnisse zeigen: Knapp die Hälfte der Befragten würde außerhalb ärztlicher Sprechzeiten die Notaufnahme aufsuchen.

Von allen Befragten ist ein Fünftel 2018 in die Notaufnahme gegangen – 55 Prozent davon am Wochenende oder in der Nacht und 44 Prozent werktags. Für die Patienten in der Notaufnahme ist eine ärztliche Behandlung fast immer dringend gewesen (87 Prozent). Knapp die Hälfte aller Befragten (42 Prozent) würde in die Notaufnahme eines Krankenhauses gehen, wenn sie nachts oder am Wochenende einen Arzt brauchen. 23 Prozent rufen den Notarzt oder Rettungsdienst, gut ein Viertel (26 Prozent) den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Dass viele Befragte außerhalb ärztlicher Sprechzeiten ins Krankenaus gehen, sieht KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen problematisch: „Der Großteil ist nicht dringend, das ist eine sehr subjektive Wahrnehmung“. Es fehle eine Priorisierung nach tatsächlichem medizinischen Bedarf. „Wir müssen den Patienten hier Angebote machen“, sagt er. Der ärztliche Bereitschaftsdienst sei ein guter Service außerhalb der Sprechzeiten, doch er müsse bekannter werden. Deshalb kündigt die KBV für Anfang September eine Kampagne an, die den Bereitschaftsdienst und seine Rufnummer 116117 vorstellt. Die Organisation wolle ihr Angebot Patienten näherbringen und so die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlasten. Dass es dabei noch Spielraum gibt, zeigen auch die Ergebnisse der Befragung zum örtlichen Bereitschaftsdienst: Nur 37 Prozent der Befragten kennen ihn und davon weiß nur gut die Hälfte, welche Nummer sie wählen muss.
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