22.10.2012

2030 sind 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig

Berlin – Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis 2030 um rund eine Million auf 3,4 Millionen steigen. Das geht aus dem Statistischen Jahrbuch Deutschland 2012 hervor, das in Berlin vorgestellt wurde.

Grundlage der Berechnung ist die Annahme einer konstanten alters- und geschlechtsspezifischen Pflegewahrscheinlichkeit. 2009 waren noch über alle Altersgruppen hinweg 2,3 Millionen Menschen pflegebedürftig. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) wurden davon zu Hause betreut, knapp ein Drittel (31 Prozent) lebte in Heimen. In fast der Hälfte (46 Prozent) aller Fälle leisteten ausschließlich Angehörige die Pflege.
Das Statistische Jahrbuch weist weiter darauf hin, dass die Pflegequote – also der Anteil Pflegebedürftiger an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe – mit dem Alter deutlich steigt. 2009 galten 10 Prozent der 75- bis 79-Jährigen als pflegebedürftig. 20 Prozent waren es bei den 80- bis 84-Jährigen. Bei den Menschen, die 90 oder älter waren, lag die Quote bei 59 Prozent. Unterschiede gibt es bei den Geschlechtern. So haben nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa Frauen ab dem 80. Lebensjahr eine deutlich höhere Pflegequote als gleichaltrige Männer. „Ein Grund kann einerseits die unterschiedliche gesundheitliche Verfassung der Geschlechter sein. Andererseits leben Frauen in diesem Alter häufiger alleine als Männer“, sagt Roderich Egeler, Präsident des Bundesamts. Würden diese Frauen pflegebedürftig, müssten sie schneller einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen. Männer hingegen würden häufig zuerst von ihren Frauen versorgt und verzichteten zunächst auf die Antragstellung. Sie würden somit von der Statistik nicht erfasst, so Egeler.
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