21.02.2020

116117: Fast jeder Vierte soll in die Notaufnahme

Berlin – Das Zentralinstitut (Zi) für die kassenärztliche Versorgung zieht Bilanz seiner SmED-Software. SmED steht für Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland. Diese nutzen Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), um die Dringlichkeit des Behandlungsbedarfs eines 116117-Anrufers zu bewerten und die richtige Versorgungsebene zu finden. Analysiert wurden Daten im Zeitraum zwischen April und Dezember 2019.

116117: Fast jeder Vierte soll in die NotaufnahmeBei 74 Prozent der ausgewerteten Fälle hat SmED eine ärztliche Beratung empfohlen, in 24 Prozent die Behandlung in der Notaufnahme, teilt das Zi mit. Nur jeder 100. Anrufer wurde direkt als Notfall zum Rettungsdienst weitergeleitet. Insgesamt waren die fünf häufigsten Beschwerden Erbrechen bzw. Übelkeit (17 Prozent), Bauchschmerzen und Fieber (beide 14 Prozent), gefolgt von Rückenschmerzen (elf Prozent) und Schwindel (zehn Prozent). Unter den Anrufern, die als Notfall an den Rettungsdienst weitergeleitet wurden, rangierte Atemnot (77 Prozent) ganz vorne. Mit großem Abstand folgten Brustschmerzen, Fieber (beide neun Prozent) und Husten (acht Prozent). Dabei waren Kombinationen möglich. „Die Verteilung auf Rettungsdienst, Notaufnahmen und ärztliche Beratung entspricht internationalen Erfahrungen“, lässt das Zi wissen.
Mit der Auswertung will das Institut herausfinden, mit welchen gesundheitlichen Beschwerden sich Patienten an die 116117 wenden. Rund 84.000 SmED-Fälle aus dem telefonischen Bereitschaftsdienst flossen in die Analyse ein. Dabei sind circa 261.000 Leit- und Nebenbeschwerden erfasst worden.
14 der 17 KVen nutzen laut Zi SmED. Die Kassenärztlichen Vereinigungen Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Sachsen sind nicht mit dabei.
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