22.03.2012

SILS bei Darmoperationen – eine Weiterentwicklung der „Schlüsselloch-Chirurgie“

Seit ihren Anfängen vor rund 30 Jahren hat sich die minimal-invasive Chirurgie stetig weiterentwickelt. Laparoskopische Eingriffe, im Volksmund auch „Schlüsselloch-Chirurgie“ genannt, haben dabei immer mehr an Bedeutung gewonnen – insbesondere bei der Entfernung von pathologischem Gewebe oder Organen. Ständige Verbesserungen dieser Techniken erbrachten immer mehr Therapievorteile für die Patienten und Behandlungserfolge für die Chirurgen.

Die konventionelle Laparoskopie gewährleistet mit drei bis fünf kleinen Hautschnitten Zugang zum Bauchraum für verschiedene chirurgische Instrumente. Diese Methode ist für die Patienten, verglichen zu herkömmlichen invasiven Eingriffen, mit einer schnelleren Heilung und weniger postoperativen Komplikationen verbunden.
Mit der Einführung der SILS-Technik (engl.: Single Incision Laparoscopic Surgery) ist es jetzt möglich, mit nur einem einzigen, etwa zwei Zentimeter langen Schnitt, einen Zugang zum Bauchraum zu legen. In diesem Schnitt wird ein so genannter SILS-Port eingelassen. Dieser verankert sich stabil und der Operateur kann über drei Eingänge die jeweils speziell abgewinkelten Operationsinstrumente einführen und operieren. Dabei ist auch der Einsatz eines multifunktionalen Laparoskopieinstrumentes möglich, das Schneiden, Veröden und Nähen mit einem Gerät ermöglicht. Damit ist ein Instrumentenwechsel nicht mehr nötig und die die Dauer des Eingriffs kann so effektiv verkürzt werden.
Diese neuartigen Technologien werden auch in der Darmchirurgie, wie z.B. zur Entfernung bösartig veränderter Darmbereiche eingesetzt. Hierbei wird der SILS-Zugang in der Tiefe des Bauchnabels gelegt und führt somit am Ende des Eingriffes zu einer kaum sichtbaren Narbe. Mit dieser Methode können Risiken wie sie bei größeren operativen Eingriffen entstehen können, wie etwa Verletzungen benachbarter Organe, Verwachsungen im Bauchraum, Infektionen oder Wundheilungsstörungen, erfolgreich umgangen werden. Darüber hinaus verursacht die SILS-Methode in der Darmchirurgie durch den kaum sichtbaren Hautschnitt ein geringeres Krankheitsgefühl und kann so eine schnelle postoperative Mobilität ermöglichen.
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