23.07.2013

Operativer Aortenklappenersatz: Neue, schnell implantierbare Herzklappenprothese ermöglicht kürzere Operationsdauer

Nicht nur Gefäße, auch Herzklappen können durch Verengung in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Häufiger als die anderen Herzklappen ist davon die Aortenklappe betroffen, die zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader sitzt. Häufig tritt eine Stenose bei über 65-Jährigen durch eine Verkalkung der Herzklappen auf und in manchen Fällen kann die Ursache in einer angeborenen Mißbildung der Herzklappe liegen.

Operativer Aortenklappenersatz: Neue, schnell implantierbare Herzklappenprothese ermöglicht kürzere OperationsdauerFür den operativen Aortenklappenersatz gibt es jetzt so genannte „schnell implantierbare Prothesen“: Das neue Verfahren verbindet die Vorteile einer Ministernotomie, bei der der Brustkorb nicht vollständig geöffnet werden muss und bei der die erkrankte Herzklappe unter Sicht entfernt und durch eine künstliche ersetzt wird, mit dem geringeren Risiko einer kürzeren Operationsdauer, geringerem Blutverlust und einer kürzeren Aortenabklemmzeit. Für dieses neue minimalinvasive Herzklappensystem wurden die Erfahrungen einer seit vielen Jahren bewährten biologischen Rinderperikardprothese, mit der Innovation der Transkathetertechnik, wie sie seit einigen Jahren bei dem Transkatheter Aortenklappenersatz (TAVI) Verwendung finden, weiter entwickelt.
Dadurch gelingt es, die Operationszeit, insbesondere die kritische Phase während des Herzstillstandes an der Herz-Lungen-Maschine deutlich zu verkürzen. Durch die Weiterentwicklung bereits existierender biologischer Herzklappenprothesen durch eine Kombination mit einem zusätzlichen Edelstahlstent entstand eine so genannte „schnell implantierbare Klappenprothese“. Der Edelstahlstent ist mit einem Polyestervlies abgedichtet, durch den die paravalvulären Leckagen verhindert werden sollen, die den Patienten potentiell gefährden können. Nach Positionierung der Klappe wird der Stent mithilfe eines Ballons aufgedehnt und verankert so die neue Klappe in ihrer Position. Waren bisher 12-15 Nähte notwendig, so wird die neue Klappenprothese zusätzlich zu dem Stent an nur 3 Nähten befestigt – der Hauptgrund für die Zeitersparnis bei der Implantation.
Die neue Herzklappe kommt in Deutschland in maximalversorgenden Zentren bei Patienten mit der entsprechenden Indikation zur Anwendung. Die bisherigen Daten für das neue minimal-invasive Herzklappensystem weisen darauf hin, dass es sich um ein sicheres und wirksames, aber vor allem auch schnelles Verfahren handelt, das die Risiken, die mit langwierigen Operationen am offenen Herzen und mit der Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine bei herkömmlichen Herzklappenimplantationen verbunden sind, minimiert.
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