21.05.2012

Moderne Netze für die laparoskopische Versorgung von Narbenhernien

Hinter dem Begriff „Hernie“ verbergen sich Bauchwandbrüche, besser bekannt als Leisten-, Narben- oder Nabelbrüche. Dabei drücken sich Eingeweide durch eine Schwachstelle der Bauchwand. Gründe dafür können eine geschwächte Bauchwandmuskulatur, eine Bindegewebsschwächung oder erhöhter Druck im Inneren des Bauches sein, der z.B. durch schweres Tragen und Heben entsteht. Eine Spezifität stellen so genannte Narbenhernien dar, die ausschließlich an Narben einer vorherigen Operation entstehen. Dies kann oft auch Jahre nach dem Eingriff geschehen. Die Bauchwandnarbe bildet hier durch ihre fehlende Elastizität die Bruchpforte. Die Narbenhernie ist im Laparotomieverschluss die häufigste spätpostoperative Komplikation nach abdominalchirurgischen Eingriffen. Ursächlich sind vor allem patientenabhängige, biologische Risikofaktoren. Für die laparoskopische Versorgung von Narbenhernien steht eine Generation von Herniennetzen zur Verfügung, die den Patienten nach einem Eingriff die Möglichkeit auf ein normales Leben bieten. Die modernen Netze sind leichtgewichtig, teilresorbierbar und passen sich der physiologischen Bauchwanddynamik an: Das physiologische Design der modernen Netze ermöglicht, dass sich die Patienten ungehindert strecken und dehnen können. Ein stabiles und flexibles Einwachsen fördert eine patientenfreundliche Heilung. Damit bieten die modernen Herniennetze den Patienten die Möglichkeit, ihr Leben ohne Einschränkungen fortzuführen.
Die laparoskopische Versorgung von Narbenhernien ist ein etabliertes Verfahren, das zunehmend an Verbreitung gewinnt. Ob Naht oder Netz eingesetzt wird, entscheidet der Arzt im Einzelfall. Dabei berücksichtigt er das Alter der Patienten, ihr Bindegewebe und die Frage, ob sie bereits einen Hernienbruch hatten. Grundsätzlich erstatten die Krankenkassen die Kosten für Herniennetze. Patienten sollten sich deswegen im Vorfeld einer Hernienoperation mit ihrem Arzt darüber unterhalten, ob ein Netz für sie sinnvoll ist, vor allem dann, wenn ihre Hernie auf eine Bindegewebsschwäche zurückzuführen ist.
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