27.11.2012

Geschlossenes Medikamententransfersystem für gefährliche Arzneimittel wie Zytostatika oder monoklonale Antikörper

Durch die wiederholte Exposition mit so genannten CMR-Arzneimitteln (karzinogene, mutagene, reproduktionstoxische Arzneimittel) besteht für medizinisches Fachpersonal ein besonderes Risiko, Allergien, Unfruchtbarkeit, Leukämie sowie bestimmte Formen von Krebs zu entwickeln. Trotz spezieller Sicherheitswerkbänke kann es zu ungewollter Kontamination und Verschleppung kommen. Auch Dampfbildung in die Umgebung während der Arzneimittelzubereitung kann nicht ausgeschlossen werden.

Moderne geschlossene Medikamententransfersysteme ermöglichen ein sicheres Aufziehen und Verabreichen von Zytostatika, um bakterielle Kontaminationen des Patienten zu vermeiden und das Personal vor den Wirkungen des gesundheitsge-fährdenden Pharmazeutikums zu schützen.
Die neu gefasste Apothekenbetriebsordnung (Juni 2012) definiert dabei die Herstellung im geschlossenen System als „die Überführung steriler Ausgangsmate-rialien oder Lösungen in ein vorsterilisiertes geschlossenes Behältnis, ohne dass der Inhalt dabei mit der äußeren Umgebung in Kontakt kommt“, mit anderen Worten, nichts geht in das System hinein und nichts kommt heraus.
Geschlossene Medikamententransfersysteme konnten bereits in zahlreichen Krebseinrichtungen weltweit implementiert werden. Sie sind dort Bestandteil des täglichen Arbeitsablauf – angefangen in der Krankenhausapotheke mit der Zubereitung der Arzneimittel, über die Verabreichung der Chemotherapie auf der Station bis hin zur Entsorgung.
Den Krankenhäusern wird entsprechend der neuen Hygienegesetzgebung eine höhere Compliance ermöglicht: Das Medikamententransfersystem bleibt über den gesamten Prozess geschlossen: Kein Öffnen der einzelnen Systemkomponenten, kein Recapping oder Zuspritzen in den Beutel mit offener Nadel. Eine Freisetzung während der Zubereitung oder Verabreichung von toxischen Medikamenten in die Arbeitsumgebung konnte mit geschlossenenen Medikamententransfersystemen signifikant bzw. auf ein nicht nachweisbares Level reduziert werden. Das System gewährleistet nicht nur eine verbesserte Sicherheit für den Anwender, sondern durch die Aufrechterhaltung der mikrobiologischen Sicherheit auch einen erhöhten Produktschutz.
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