21.09.2010

Effektiver Schutz vor Keimen

„Krankenhäuser tragen zur Genesung bei.“ Dies trifft überwiegend zu. Doch immer wieder gelangen Krankenhauskeime in die Atemwege von Patienten, die über einen so genannten Endotracheltubus (ETT) künstlich beatmet werden. Nicht selten mit schwerwiegenden Folgen wie einer Lungenentzündung (Pneumonie). Innovative ETTs sorgen nun für mehr Sicherheit. Bundesweit werden sie bereits in über 50 Krankenhäusern eingesetzt.



Am häufigsten erkranken Patienten auf der Intensivstation an einer beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP), aber auch Patienten bei einer Operation unter Narkose sind gefährdet. Wenn sie kaum oder gar nicht mehr atmen können, erfolgt die künstliche Beatmung über einen ETT, der an ein Beatmungsgerät angeschlossen ist. Problematisch dabei: Nicht nur die überlebensnotwendige Atemluft, sondern auch Keime können über diesen Schlauch in die Atemwege gelangen. Eine Lungenentzündung ist in vielen Fällen die Folge. Um das schädliche Einatmen von mit Erregern infizierten Sekreten in die Lunge (medizinisch: Mikroaspiration) zu verhindern, befindet sich am unteren Ende von herkömmlichen ETTs eine zylinderförmige Manschette (Cuff), die den Weg der Keime in die Atemwege jedoch nicht zuverlässig versperren kann. Zudem wird durch den zur Blockung verwendeten Cuffdruck bisweilen Gewebe geschädigt.

Ein moderner kegelförmiger Cuff schafft nun Abhilfe. Er wird über einen Schlauch, der an der Seite des Tubus verläuft, aufgeblasen. Aufgrund seiner speziellen Form dichtet er diesen seitlich erfolgreich ab, ohne Gewebeschäden herbeizuführen. Untersuchungen belegen, dass durch die besondere Form das Risiko für Mikroaspiration signifikant um mindestens 90 Prozent reduziert wird: Keime finden entlang des Cuffs keine Schlupflöcher mehr in die Lunge und sammeln sich auf dessen Oberfläche. Über eine zusätzliche Saugleitung wird das mit Erregern belastete Sekret regelmäßig von der Cuff-Oberfläche abgesaugt. Damit sind die Patienten effektiv vor Keimen geschützt; die Wahrscheinlichkeit von Infektionen wie einer Pneumonie sinkt drastisch. Das hat auch positive sozioökonomische Auswirkungen: Jeder verhinderte Fall von VAP spart das Gesundheitssystem etwa 20.000 bis 33.000 Euro.
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