15.06.2018

Spahn: Digitalisierung selbst gestalten

Berlin – Digitalisierung und eHealth sind weltweit auf dem Vormarsch. Darauf weist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf dem Hauptstadtkongress hin. Er bekennt dort aber auch, dass hierzulande Regulierungs- und Finanzierungsfragen noch Probleme bereiten. Unterdessen fordert der GKV-Spitzenverband einen vereinfachten Patientenzugang zur Telematikinfrastruktur (TI).

Spahn: Digitalisierung selbst gestalten„Die Angebote sind da oder kommen: Amazon, Google, Dr. Ed“, sagt Spahn und fügt hinzu: „Es ist die Frage: Gestalten wir das oder kommt das von außen?“ Der Minister hebt hervor, dass mittlerweile weniger die technischen Möglichkeiten ein Problem darstellten, sondern vor allem die Regulierung und Finanzierung neuer digitaler Medizin im deutschen Gesundheitswesen.
Eine Präsentation sorgt auf dem Hauptstadtkongress besonders für Aufsehen: Der Roboterarm von Prof. Sami Haddadin, einem weltweit führenden Robotikspezialisten und Gewinner des Deutschen Zukunftspreises. Haddadin zeigt, wie ein solcher Arm krankengymnastische Übungen zunächst mittels entsprechender Bewegung durch einen Therapeuten beigebracht bekommt und dann mit dem Patienten selbstständig durchführt. Der Roboter ist dabei in der Lage, rücksichtsvoll auf Berührungen von Menschen zu reagieren und gegebenenfalls auch nachzugeben. Ziel sei es, künftig solche Roboter zu erschwinglichen Preisen anzubieten.

Digitalisierung ist auch ein Thema auf der Verwaltungsratssitzung des GKV-Spitzenverbands. Der Vorstand des Verbandes setzt sich für einen erleichterten Zugang der Versicherten zur Telematikinfrastruktur ein. Neben einem elektronischen Netz zum vereinfachten Datenaustausch, mit dem alle Leistungserbringer, Kassen und Versicherte in einer sicheren Infrastruktur verbunden seien, „muss es daran angedockt die Möglichkeit für Versicherte geben, über Smartphones oder PCs von zuhause auf ihre Daten zugreifen zu können“, sagt Dr. Doris Pfeiffer, auf der Sitzung wiedergewählte Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Die Trennung zwischen Patientenakte und Patientenfach müsse aufgegeben werden, Daten bei einem Anbieterwechsel des Patienten sollten erhalten bleiben. Die von der Techniker Krankenkasse und der AOK Nordost vorgestellten Systeme einer elektronischen Gesundheitsakte nimmt Pfeiffer nicht als Konkurrenz wahr. „Die gematic stellt die Schnittstellen bereit, die Anbieter setzen da auf. Wir unterstützen diese Entwicklung“, sagt sie.
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