28.07.2009

Rauchen: „Tabakprävention nach oben auf Agenda“

Berlin – Mit einem Aufruf zu mehr Anstrengungen in der Rauch-Prävention hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, den „Tabakatlas“ vorgestellt. Dieser informiert über Verbreitung, Folgen und Kosten des Tabakkonsums.



„Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. Dennoch raucht bis heute fast ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland“, so die Drogenbeauftragte. Das sei Grund genug, um mit dem vorliegenden Tabakatlas alle Fakten zum Rauchen in neuer Form für alle Interessierten darzustellen. Nach einem wissenschaftlichen Überblick über verschiedene Tabakprodukte und ihre Inhaltstoffe widmet sich der Atlas der Verbreitung des Konsums und seinen gesundheitlichen Folgen. Sozialer Status und Rauchen, Schwangerschaft, regionale Statistiken, Konsum bei Kindern und Jugendlichen sowie die Todesstatistik werden in Schaubildern und Texten erklärt. Auch die Folgen des Passivrauchens, die ökonomischen Aspekte und ein umfassender Einblick in die Tabakindustrie und die Kontrollpolitik stellt der Atlas dar.

Der vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickelte Atlas zeigt, dass der Anteil der Raucher an der Bevölkerung leicht rückläufig ist. Ungefähr ein Drittel der Menschen in Deutschland greift regelmäßig zur Zigarette, wobei sich Männer und Frauen langsam annähern. Vor 40 Jahren rauchten noch mehr als 40 Prozent der erwachsenen Männer. Auch bei Kindern und Jugendlichen steigt der Anteil jener, die noch nie geraucht haben, auf mittlerweile über 60 Prozent (2006). Im Norden und Osten sind die Anteile jedoch deutlich höher als im Westen und Süden der Republik. Auch die Anzahl der Todesfälle durch das Rauchen ist regional differenziert. Der weiterhin hohe Anteil von 13 Prozent aller Todesfälle, die auf das Rauchen zurückzuführen sind, zeigt aber, dass es noch keinen Grund zur Entwarnung gibt, so Sabine Bätzing. Auch die Rauchstatistik von Schwangeren ist beunruhigend. „Die großen regionalen Unterschiede im Rauchverhalten und die durch das Rauchen bedingten Todesfälle machen deutlich, dass Tabakprävention weiterhin ganz oben auf der politischen Agenda stehen muss“, schlussfolgert Bätzing aus dem Zahlenwerk.
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