12.07.2019

Patientenberatung: Hoher Informationsbedarf zu Leistungsansprüchen

Berlin – In welchen Bereichen fühlen sich Patienten zu wenig informiert? Der „Monitor Patientenberatung 2018“ gibt Antworten darauf. Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Patientenbeauftragte der Bundesregierung, und Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), haben ihn vorgestellt.

Patientenberatung: Hoher Informationsbedarf zu LeistungsansprüchenDeutlich weniger Versicherte werden im vergangenen Jahr von der UPD beraten als noch 2017: Vor zwei Jahren holten sich 154.921 Menschen Informationen bei der Beratungsstelle ein – dem stehen 128.585 Beratungen im Jahr 2018 gegenüber. Prof. Schmidtke fordert daher, dass die Bekanntheit der UPD noch gesteigert werden müsse. „Patientinnen und Patienten in Deutschland müssen überall und jederzeit darauf vertrauen, eine qualitativ hochwertige und sichere medizinische Versorgung zu bekommen“, sagt sie. Damit eine Behandlung auf Augenhöhe möglich sei, ist Transparenz zwischen Leistungserbringern und und Patienten wichtig.

Hohen Beratungsbedarf gibt es der Patientenbeauftragten zufolge vor allem im rechtlichen Bereich. Es geht unter anderem um Leistungsansprüche gegenüber Krankenkassen – insbesondere beim Krankengeld. Oft gefragt wird auch nach Handlungsmöglichkeiten bei Leistungsablehnung oder in Widerspruchsverfahren. Weitere Schwerpunkte sind Patientenrechte und individuelle Gesundheitsleistungen sowie die Arzneimitteltherapiesicherheit.
Im Herbst soll mit den Beteiligten bei einen Folgetermin geklärt werden, ob das System seine Hausaufgaben gemacht hat, sprich: Welche Hinweise wurden zugunsten von mehr Patientenorientierung umgesetzt? Thorben Krumwiede resümiert: „Auch sechs Jahre nach der Bündelung der Patientenrechte im Bürgerlichen Gesetzbuch sind die klaren Ansprüche der Patienten ausweislich unserer Beratungserfahrung im System noch immer nicht überall angekommen.“

Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik der Grünen, kritisiert, dass die Beratungen trotz mehr finanzieller Mittel rückläufig seien und schlägt die Gründung einer unabhängigen Stiftung vor.
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