26.06.2009

MVZ führen immer noch Nischendasein

Berlin – Medizinische Versorgungszentren (MVZ) haben sich zwar auf einem niedrigen Niveau etabliert. Im Vergleich zu den Praxen führen sie allerdings immer noch ein Nischendasein. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt hat.



So wurden im dritten Quartal 2008 etwas mehr als 1.100 MVZ gegenüber 80.000 zugelassenen Praxen gezählt. Die meisten Versorgungszentren gab es im ersten Halbjahr 2008 in Bayern, Berlin und Niedersachsen. In urbanen Zentren seien mehr MVZ als in ländlichen Gegenden (55 % städtische MVZ) vorhanden. „In Ballungsräumen können MVZ eine gute Ergänzung zur ambulanten Versorgung in den Praxen darstellen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler. Im ländlichen Raum seien sie hingegen eine Chance, um die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten.

Bundesweit werden durchschnittlich 70 MVZ pro Quartal gegründet. Zwei Haupttypen lassen sich identifizieren. Während das von Krankenhäusern gegründete Versorgungszentrum in den neuen Bundesländern dominiere, sei in Westdeutschland das vertragsarztgeführte Zentrum vorherrschend. Die häufigste Gesellschaftsform ist die GmbH. Daraus leiten die Autoren der Studie die Prognose ab, dass ein dritter MVZ-Typ künftig eine größere Rolle spielen werde: ein von einer Managementgesellschaft betriebenes vertragsärztliches MVZ, das sich vom vertragsärztlichen MVZ als Variante der Gemeinschaftspraxis abgrenzt. „Hier liegt auch eine Gefahr, MVZ vorrangig als Geschäfts- und nicht als Versorgungsmodell zu sehen: Gewinnorientierte Kapitalgesellschaften als MVZ-Eigner könnten versuchen, aus wirtschaftlichen Gründen direkten Einfluss auf die ärztliche Tätigkeit zu nehmen. Dem muss der Gesetzgeber vorbeugen“, fordert Köhler.
Im Sommer 2008 hatte die KBV rund 1.000 MVZ angeschrieben. Es antworteten knapp 290, das entspreche einer Rücklaufquote von 28 Prozent. Bezüglich der Gründer (Vertragsärzte oder Krankenhäuser), Rechtsform, Arbeitsgröße, Zulassungsdauer und regionalen Verteilung war die Stichprobe repräsentativ.
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