26.03.2013

Mehr Geld: EU fördert Erforschung seltener Erkrankungen

Brüssel – Die Europäische Kommission will 144 Millionen Euro bereitstellen, um seltene Erkrankungen zu erforschen. 26 Projekte müssen sich die Finanzmittel teilen.

„Von seltenen Krankheiten sind überwiegend Kinder betroffen. Meist handelt es sich um schlimme genetische Defekte, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu einem frühen Tod führen“, begründet Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft. Sie hofft, dass die neuen Forschungsprojekte Patienten einer Heilung näher bringen und sie, ihre Familien und die Mediziner in ihrem täglichen Kampf mit der Krankheit unterstützen.
Die neuen Projekte erstrecken sich auf ein breites Spektrum seltener Krankheiten, wie etwa kardiovaskuläre, metabolische und immunologische Erkrankungen. Ziel ist es, Stoffe zu entwickeln, die zu neuen oder verbesserten Therapien führen, Mechanismen und Ursachen besser kennenzulernen, seltene Erkrankungen schneller diagnostizieren zu können sowie ein besseres Management in Krankenhäusern und in sonstigen Einrichtungen des Gesundheitswesens zu erreichen. Konkret geht es zum Beispiel um ein neues „bioartefizielles“ Leberunterstützungssystem zur Behandlung akuten Leberversagens, Biomarker und Screening-Strategien für therapeutische Wirkstoffe zur Behandlung seltener Nierenerkrankungen sowie um die klinische Entwicklung eines Arzneimittels zur Behandlung von Alkaptonurie. Das ist ein genetischer Defekt, der zu einer schweren und frühen Form von Arthritis, zu Herzerkrankungen und Behinderungen führt, für die es derzeit noch keine wirksame Behandlung gibt.
In der EU leiden 30 Millionen Menschen, darunter viele Kinder, an einer seltenen Krankheit. Die meisten haben genetische Ursachen, können aber auch infektions-, allergie- und umweltbedingt sein. Sie führen in der Regel zu chronischen Behinderungen oder sind sogar lebensbedrohlich. Eine Erkrankung gilt in Europa als selten, wenn höchstens eine von 2.000 Personen davon betroffen ist. Es gibt rund 6.000 bis 8.000 unterschiedliche Krankheitsbilder.
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