16.09.2020

Krankenhäuser: Corona-Prämie nicht für alle

Berlin – Der Corona-Bonus für Krankenhauspflegekräfte kommt. GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben dazu ein Konzept entwickelt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigt an: „Wir werden diesen Vorschlag der Selbstverwaltung gerne umsetzen.“ DKG und GKV-SV schweben 1.500 Euro vor, 1.000 Euro fließen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, 500 Euro sollen die Länder beisteuern.

Krankenhäuser: Corona-Prämie nicht für alleDie Sonderzahlung sollen in erster Linie „nur durch die Versorgung von Covid-19-Patienten besonders belastete Pflegekräfte“ bekommen. Wer das ist, entscheide der Krankenhausträger in Abstimmung mit der Mitarbeitervertretung. In Ausnahmefällen könne die Prämie auch an andere Personen wie etwa Mitarbeiter in Notaufnahmen gezahlt werden, teilen GKV-SV und DKG mit. Laut GKV-SV-Vorstandsmitglied Stefanie Stoff-Ahnis könne das Geld schnell ausgezahlt werden. „Die Prämie soll als einmalige Sonderleistung steuer- und sozialversicherungsabgabenfrei erfolgen“, sagt sie.

Insgesamt sollen 100 Millionen Euro an die Krankenhäuser gehen, die bis zum 30. September 2020 eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Fällen vorweisen. Der Grad der Betroffenheit einer Klinik durch die Pandemie sei ausschlaggebend.

GKV-SV und DKG erwarten nicht nur eine Beteiligung der Länder, sondern auch von der Privaten Krankenversicherung (PKV). Das schließt PKV-Verbandsdirektor Dr. Florian Reuther am Rande einer Pressekonferenz nicht aus.

Dr. Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, sieht in dem Konzept eine „Gerechtigkeitslücke“: „Denn zum einen sind nicht nur die belastet, die diagnostizierte Infizierte gepflegt haben – jeder Patient, jede Patientin ist potenziell infiziert. Und es waren und sind nicht nur die Pflegenden belastet.“ Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe kritisiert das und merkt an, dass statt einer Prämie deutlich höhere und gerechtere Gehälter bezahlt werden sollten.
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