16.10.2020

Kliniken: Personaluntergrenzen in vier weiteren Bereichen

Berlin – 2021 will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) weitere Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) einführen. Dafür hat das Haus jetzt einen Referentenentwurf vorgelegt. Die Intensivmedizin wird demnach um die pädiatrische Intensivmedizin ergänzt. Bei den drei anderen neu hinzu gekommenen Stationen handelt es sich um Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie und Pädiatrie.

Kliniken: Personaluntergrenzen in vier weiteren BereichenBisher gibt es PpUG in der Geriatrie, Unfallchirurgie, Kardiologie, Herzchirurgie, Neurologie, neurologischen Schlaganfalleinheit und neurologischen Frührehabilitation.
Ab Januar 2021 kommen laut BMG-Vorgabe in der Intensivmedizin und in der pädiatrischen Intensivmedizin tagsüber auf zwei Patienten eine Pflegekraft. In der Nacht ist eine 1-zu-3-Betreuung vorgesehen. In der Allgemeinen Chirurgie und der Unfallchirurgie lautet das Verhältnis künftig 10 zu 1 (Tag) und 20 zu 1 (Nacht). Die Untergrenzen für die Innere Medizin und die Kardiologie legt das BMG auf 10 zu 1 und 22 zu 1 fest, für die Pädiatrie auf 5 zu 1 und 9 zu 1. In der Geriatrie darf eine Pflegekraft höchstens zehn Patienten alleine betreuen. Für die Nacht sieht der Referentenentwurf maximal eine Verdoppelung der Patientenzahl vor. Für die Herzchirurgie will das Haus von Minister Jens Spahn (CDU) ein Verhältnis von 7 zu 1 und 15 zu 1 festlegen, für die Neurologie von 10 zu 1 und 20 zu 1. In Stroke Units müssen drei Patienten von mindestens einer Pflegekraft betreut werden, in der Nacht dürfen es fünf sein. Die neurologische Frührehabilitation sollte in der Tagschicht so besetzt sein, dass auf eine Pflegekraft höchstens fünf Patienten kommen, in der Nacht zwölf.

Bereits zweimal reagierte das BMG per Ersatzvornahme-Verordnung, um PpUG festzulegen. Eigentlich ist das die Aufgabe von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband. Doch diese konnten erneut keine Einigung erzielen. Die Ausweitung der PpUG stehe im Widerspruch zur Pandemie-Lage, kritisiert DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. „Das wird die Flexibilität der Krankenhäuser erheblich beschränken.“
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