18.12.2017

Kassenreserven steigen auf 18,6 Milliarden Euro

Berlin – Einen Überschuss von rund 2,52 Milliarden Euro verbuchen die Kassen zwischen Januar und September 2017, teilt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit. Damit steigen die Reserven auf 18,6 Milliarden Euro. Es liege jetzt in der Hand der Kassen, ob sie die gute Finanzsituation im Sinne ihrer Versicherten ausschöpfen, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Kassenreserven steigen auf 18,6 Milliarden EuroEinen überproportionalen Zuwachs um 5,7 Prozent verbucht der Heilmittelbereich. Hier seien deutliche Honorarerhöhungen der Heilmittelerbringer nach Inkrafttreten des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes im zweiten Quartal 2017 finanzwirksam geworden, so das BMG. Der Anstieg bei den Ausgaben für Hilfsmittel in Höhe von 2,5 Prozent falle demgegenüber deutlich geringer aus.

Insgesamt standen Einnahmen von rund 174,7 Milliarden Euro (+4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) Ausgaben von knapp 172,2 Milliarden Euro (+3,7 Prozent) gegenüber. Seit Jahren flacht der Ausgabenanstieg laut BMG kontinuierlich ab: Verzeichnete man 2014 noch einen Ausgabenzuwachs von 5,7 Prozent, lag dieser Wert 2015 bei vier Prozent und 2016 bei 4,2 Prozent. Dies scheint überraschend, da zeitgleich die Versichertenzahlen deutlich steigen, zuletzt um 1,2 Prozent. „Dabei sind die Neuzugänge (...) im Schnitt nicht nur jünger, sondern nehmen auch weniger Gesundheitsleistungen in Anspruch als die gleichaltrigen Bestandsversicherten“, bilanziert das BMG.
Ende Oktober hatte das BMG den Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2018 um 0,1 Prozentpunkte auf ein Prozent gesenkt. Die aktuellen Finanzergebnisse zeigten, so Gröhe jetzt, „dass es richtig war, den Experten im Schätzerkreis zu folgen und durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz abzusenken“. Mit 18,6 Milliarden Euro hätten viele Kassen „Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen“.
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