22.03.2019

Kassen machen zwei Milliarden Euro Plus

Berlin – Das Polster der Krankenkassen wird dicker. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) belaufen sich die Rücklagen und Betriebsmittel 2018 auf circa 21 Milliarden Euro, der Einnahmeüberschuss beträgt zwei Milliarden Euro.

Angesichts dieser Zahlen betont Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Krankenkassen mit besonders hohen Reserven müssen ihre Rücklagen ab 2020 innerhalb von drei Jahren unter die gesetzliche Obergrenze von einer Monatsausgabe absenken. Dann haben die Beitragszahler auch etwas von der guten Finanzlage.“
Einnahmen von rund 241,4 Milliarden Euro stehen Ausgaben von rund 239,4 Milliarden Euro gegenüber. Spitzenreiter bei den Überschüssen sind die AOKs mit 1,1 Milliarden Euro. Es folgen die Ersatzkassen (561 Millionen Euro), die Betriebskrankenkassen (198 Millionen Euro), die Innungskrankenkassen (77 Millionen Euro) und die Knappschaft-Bahn-See (90 Millionen Euro). Die Landwirtschaftliche Krankenversicherung, die nicht am Risikostrukturausgleich teilnimmt, verzeichnet ein Defizit von acht Millionen Euro. Der Gesundheitsfonds erzielt 2018 einen Überschuss von 562 Millionen Euro. Die Liquiditätsreserve beläuft sich auf rund 9,7 Milliarden Euro.
Bei den Ausgaben erzielt der Heilmittelbereich den größten Zuwachs mit 11,5 Prozent. Das führt das BMG auf Honorarerhöhungen durch das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz zurück. Bei Hilfsmitteln macht sich ein Plus von 4,7 Prozent bemerkbar. Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung, vertragsärztliche Vergütung und Arzneimittel steigen um jeweils 3,1 Prozent.
Der Dachverband der Betriebskrankenkassen twittert, dass der Überschuss auf den einzelnen Versicherten heruntergerechnet „nicht viel“ sei. Zudem sei die Verteilung ungerecht. Der GKV-Spitzenverband spricht zwar von einem gutem Ergebnis, es sei „aber auch kein Grund für Euphorie“. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert, dass nun Mittel in die ambulante Notfallversorgung und die Digitalisierung fließen müssten. DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum: „Beitragssatzsenkungen alleine verbessern die Versorgung nicht.“
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