26.03.2013

Kampf gegen Diabetes: Nationale Strategie gefordert

Berlin – Sechs Millionen Deutsche leiden an Diabetes mellitus. Die direkten Kosten der Volkskrankheit liegen bei jährlich 48 Milliarden Euro. Trotz Empfehlung der Europäischen Union gibt es hierzulande keine Nationale Diabetes-Strategie. Die hat die Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe jetzt gefordert und eine Kampagne gestartet.

„Diabetes STOPPEN – jetzt!“ lautet die gemeinsame Initiative von Betroffenen und Behandlern, die Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, der Presse vorstellt. „Jedes Jahr gibt es 40.000 diabetesbedingte Amputationen und 2.000 Neuerblindungen. Jede Stunde sterben drei Erkrankte an Diabetes“, sagt der Chefarzt am Kinderkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover. „Immerhin ist mindestens jeder 10. Wähler von Diabetes betroffen – das sollte den Politikern ein Gespräch innerhalb des anstehenden Wahlkampfes wert sein.“ Die Kampagne ist in drei übergeordnete Themen gegliedert: Die bestmögliche Versorgung der Menschen mit Diabetes soll gesichert, gesunder Lebensstil gefördert und die Selbsthilfe gestärkt werden. „Gesundheitspolitisch müssen wir in Deutschland von kurzfristigen Projekten und Einzelentscheidungen wegkommen“, so Danne. Hauptanliegen sei, die nächste Regierung zur Umsetzung einer Nationalen Diabetes-Strategie für Deutschland zu bewegen, die in 16 von 27 europäischen Ländern bereits umgesetzt werde.
Zu den Forderungen gehören im Einzelnen: die diabetologische Versorgung und Versorgungsforschung ausbauen, einen Facharzt „Innere Medizin und Diabetologie“ etablieren, eine Fett- und Zuckersteuer, jeden Tag eine Stunde Sport in der Schule einführen sowie Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke verbieten. Gefordert wird zudem ein Stimmrecht für Patienten im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).
„Das Thema ist als wichtig erkannt, passiert ist wenig“, konstatiert Renate Künast, MdB und Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen. Von der Stadtentwicklung über die Schule bis zur Lebensmittelwirtschaft – es müsse gesellschaftlich ein anderes Bewusstsein für Ernährung und Bewegung geschaffen werden. Dietrich Monstadt, MdB für CDU/CSU, stimmt zu: „Wir haben sicherlich bisher zu wenig getan.“ Das Mitglied des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag kann sich beispielsweise vorstellen, Konsumverhalten mit gesetzgeberischen Maßnahmen zu steuern und einen ressortübergreifenden Präventionsbeauftragten zu etablieren.
Seit Anfang März ist die Kampagnen-Website www.diabetes-stoppen.de am Netz. Sie bietet aktuelle Informationen und u.a. Hinweise, wie Interessierte Termine bei ihren Abgeordneten vereinbaren können, um mit der Politik in den Dialog zu treten.
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