11.07.2018

Gesundheitsministerkonferenz: Der Patient steht im Mittelpunkt

Düsseldorf – Wie kann die Patientenorientierung in der gesundheitlichen Versorgung verbessert werden? Darüber hat die 91. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Beisein von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf ihrem zweitägigen Treffen beraten und konkrete Vorschläge vorgelegt.

Gesundheitsministerkonferenz: Der Patient steht im Mittelpunkt„Ich bin sehr froh, dass die GMK sich einig ist: Wir müssen die Interessen der Patientinnen und Patienten weiter stärken. Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen an die Bundesregierung“, sagt der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Patientenbeteiligung und -orientierung seien die Grundlage für eine zukunftsweisende Gesundheitspolitik. Laumann zeigt sich überzeugt, dass von einem Dialog auf Augenhöhe auch die behandelnden Ärzte profitieren können.
Schwerpunkte des auf der Konferenz beschlossenen Maßnahmenbündels liegen in der Fortentwicklung der Patientenrechte und der transparenten Patienteninformation, der Barrierefreiheit im Gesundheitswesen sowie der Patientensicherheit – insbesondere im ambulanten Bereich. Nach dem Willen der Minister sollen etwa Niedergelassene verpflichtet werden, neutrale Informationen über individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sichtbar in ihren Praxisräumen auszulegen. Gesetzlich regeln soll dies das Bundesgesundheitsministerium. Stichwort Behandlungsfehler: Die Bundesregierung soll prüfen, wie die Beweislast erleichtert werden kann. Vorschläge soll der Bund auch für einen Härtefallfonds liefern. Dieser könnte Schäden ausgleichen, bei denen die Haftungsregeln nicht greifen. Für Patienten außerdem spannend ist die Empfehlung der GMK, dass sie nach einem Krankenhausaufenthalt einen Patientenbrief enthalten sollen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hebt hervor: „Das Patientenwohl ist der entscheidende Maßstab für die Gesundheitspolitik. Deshalb finde ich es richtig, dass die GMK bei der Patientenorientierung ihren Schwerpunkt setzt.“ Ein Thema dabei sei die Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Daran, wie wir diese Zukunftsaufgabe lösen, wird sich zeigen, ob wir Patientensouveränität ernst nehmen.“
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