24.08.2020

Gesetzentwurf: Mehr Kompetenzen für Notfallsanitäter

Berlin – Notfallsanitäter dürfen künftig heilkundliche Aufgaben – „auch invasiver Art“ – bis zum Eintreffen des Notarztes vornehmen. Das sieht zumindest das geplante „Gesetz zur Reform der technischen Assistenzberufe in der Medizin und zur Änderung weiterer Gesetze“ (MTA-Reform-Gesetz) vor.

Gesetzentwurf: Mehr Kompetenzen für NotfallsanitäterDie Anwendung heilkundlicher Aufgaben knüpft das Bundesgesundheitsministerium (BMG) im Referentenentwurf zum Gesetz an Bedingungen: Eine vorherige (tele-)ärztliche Abklärung ist nicht möglich, ein Nichthandeln würde den lebensbedrohlichen Zustand eines Patienten verschlechtern oder zu Folgeschäden führen und der Notfallsanitäter muss diese Tätigkeit während seiner Ausbildung erlernt haben. „Mit der Regelung wird zugunsten von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern mehr Rechtssicherheit bei der Berufsausübung geschaffen“, meint das BMG.

Das sieht der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) allerdings anders. Im Grunde sei eine Notarztnachforderung immer zu gewährleisten, heißt es in der Stellungnahme des DBRD zum Referentenentwurf, die der Presseagentur Gesundheit vorliegt. „Es stellt sich lediglich die Frage, in welcher Zeitspanne der Notarzt beim Notfallpatienten eintreffen wird.“ Ferner befürchtet der Verband, dass der Patient zukünftig länger auf eine effektive Behandlung durch einen Notfallsanitäter warten müsse, „da dieser zunächst versucht, eine ärztliche Abklärung beziehungsweise Absicherung herbeizuführen. Der Notfallsanitäter gerät in den Gewissenskonflikt, ob er invasiv tätig werden soll oder auf das Eintreffen oder zumindest die ärztliche Freigabe/Abklärung warten soll“.

Das geplante MTA-Reform-Gesetz sieht außerdem Änderungen für die medizinisch-technischen Assistenzberufe in den vier Fachrichtungen Labor, Radiologie, Funktionsdiagnostik und Veterinärmedizin vor, kündigt das BMG an. Schulgeld werde abgeschafft. Und künftig heiße es nicht mehr Assistenten, sondern medizinische Technologen. Außerdem werde der Umfang der praktischen Ausbildung ausgeweitet.
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