16.10.2020

G-BA: Sicherstellungszuschlag auch für Pädiatrie

Berlin – Auch eine kinder- und jugendmedizinische Fachabteilung in Krankenhäusern gilt künftig als Kriterium für den Sicherstellungszuschlag. Darauf verständigt sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner jüngsten Sitzung.

„Insgesamt können in dünn besiedelten Gebieten so bis zu 59 Standorte im Falle eines Defizits des Krankenhauses unterstützt werden“, erklärt Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses Bedarfsplanung. Bisher gelten nur Innere Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe oder Gynäkologie als basisversorgungsrelevante Leistungen eines Krankenhauses, um die finanzielle Sonderhilfe zu bekommen. Durch das geplante Versorgungsverbesserungsgesetz könnten die Sicherstellungszuschläge für die Kinder- und Jugendmedizin bereits 2021 ihre Wirkung entfalten, sagt Hecken. Zusätzlich erhielten künftig – einschließlich der Kinder- und Jugendmedizin – rund 140 Kliniken in dünn besiedelten Gebieten unabhängig von einem Defizit zudem noch eine pauschale Förderung von jährlich 400.000 bis 800.000 Euro.
Eine flächendeckende pädiatrische Versorgung sieht der G-BA in Gefahr, wenn durch die Schließung eines Krankenhauses für zusätzlich 800 Menschen unter 18 Jahren Fahrzeiten mit dem Auto von mehr als 40 Minuten zur nächsten Klinik notwendig sind. Ein strukturell bedingter geringer Versorgungsbedarf liegt laut G-BA in einer Region vor, wenn die durchschnittliche Einwohnerdichte von unter 18-Jährigen unter 22 Menschen je Quadratkilometer im Einzugsbereich des Krankenhauses sinkt. Über diese Zahl herrscht zunächst Dissens zwischen den entscheidenden Bänken im G-BA. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wollte ursprünglich 27 Kinder und Jugendliche als Grenze, der GKV-Spitzenverband 16. Der Kompromiss von 22 geht auf einen Vorschlag Heckens zurück.
Außerdem entscheidet der G-BA mehrheitlich, dass es für die Gewährung eines Sicherstellungszuschlags für Geburtshilfe-Abteilungen unerheblich ist, ob es sich bei den Hebammen um Beleghebammen oder festangestellte Kräfte handelt.
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