16.07.2020

G-BA: 150 TAVI pro Jahr sollten es schon sein

Berlin – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) spricht sich für Mindestmengen bei kathetergestützten Aortenklappenimplantationen (TAVI) aus. In seiner jüngsten Sitzung beschließt er, ein Beratungsverfahren dafür aufzunehmen. Das Ansinnen geht auf einen Antrag des unparteiischen G-BA-Vorsitzenden Prof. Josef Hecken zurück.

„Wir gehen nun in die Beratungen mit der Arbeitshypothese, dass eine Anzahl von 150 TAVI je Standort sowie 65 je TAVI-qualifiziertem Operateur beziehungsweise Operateurin pro Jahr erbracht werden muss, damit dieser komplexe Eingriff auch weiterhin durchgeführt werden kann“, erläutert Hecken. Zwar müssten die 85 Einrichtungen in Deutschland, die diese OPs vornehmen, bestimmte personelle, technische und organisatorische Anforderungen einhalten, die der G-BA festgelegt habe, „allerdings ist die bei einer TAVI unerlässliche Voraussetzung, dass auch die erforderliche Routine vorliegt, mit diesen Strukturvorgaben nicht abgedeckt“, sagt Hecken.
Laut Antrag gebe es in nationalen und internationalen Studien deutliche Hinweise auf einen positiven Zusammenhang zwischen der Anzahl von durchgeführten TAVI und der Qualität des Ergebnisses. Mit der Festsetzung einer jährlich zu erbringenden Mindestanzahl von Eingriffen je Krankenhausstandort und je Operateur soll sichergestellt werden, dass ein Eingriff an eine hinreichende Behandlungsroutine gekoppelt ist.

Im Januar hatte der G-BA festgelegt, dass bis zum 1. Januar 2021 die Einleitung eines Beratungsverfahrens zur Festlegung einer Mindestmenge für minimalinvasive Herzklappeninterventionen erfolgen soll.
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