16.12.2020

ePA startet mit Testphase

Berlin – Ab Januar 2021 soll die elektronische Patientenakte (ePA) an den Start gehen. Zunächst wird Versicherten aber nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung stehen. Außerdem wird noch nicht jede Praxis die ePA befüllen können.

Die Einführung startet mit einer Testphase, antwortet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag. Die Fraktion befürchtet, dass zum geplanten Start noch nicht alle technischen Voraussetzungen gegeben sind. Verzögerungen könnten die Akzeptanz der ePA mindern. Als „bislang größtes medizinisches IT-Infrastrukturprojekt im deutschen Gesundheitswesen“ stellt die Einführung der ePA laut BMG „einen herausfordernden Gesamtprozess für alle Beteiligten dar“. Etwa 200.000 Leistungserbringer sowie potentiell 73 Millionen Versicherte müssten vernetzt werden. Man habe sich darum zu einer stufenweisen Einführung entschlossen.

Ab Januar können Versicherte die ePA der Krankenkassen herunterladen und ihre persönlichen Gesundheitsdaten einstellen und verwalten. Gleichzeitig soll laut BMG die Testphase mit ausgewählten Arztpraxen und Krankenhäusern beginnen, bei der die Akte im Live-Betrieb getestet werden soll. Nach der Testphase und der finalen Zulassung soll dann die flächendeckende Vernetzung der ePA beginnen. Medizinische und zahnärztliche Praxen müssen bis Juli 2021 über die benötigte technische Ausstattung verfügen, um die Akte zu befüllen. Patienten können selbst entscheiden, was gespeichert werden soll und wer Zugriff auf welche Dokumente haben soll. Letzteres wird jedoch erst ab 2022 möglich sein.

Die Grünen haben datenschutzrechtliche Bedenken und berufen sich dabei auf Prof. Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Seiner Ansicht nach verstößt die Einführung der ePA an wichtigen Stellen gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung. Das BMG teilt diese Bedenken nicht. Datenschutz habe bei der Ausgestaltung der ePA „von Beginn an eine herausragende Rolle gespielt“. Zudem sei der BfDI fortlaufend in Diskussionen und die Erarbeitung der Regelungen eingebunden gewesen.
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