16.09.2020

ePA: Keine zusätzlichen Haftungsrisiken für Ärzte

Düsseldorf/Berlin – 2021 kommt die elektronische Patientenakte (ePA). Wie Ärzte von ihr profitieren können, erläutern Experten beim „ePA-Dialog“ von Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Nordrhein und Health Innovation Hub (hih).

Ganz oben auf der Gästeliste von KV-Vorstandschef Dr. Frank Baumann und Stellvertreter Dr. Carsten König steht Dr. Gottfried Ludewig, Leiter der Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ im Bundesgesundheitsministerium. Ludewig sieht in der ePA „die Grundlage einer modernen Behandlung“. Dass einige Ärzte Schwierigkeiten haben, mit dem vom Ministerium vorgegebenen Tempo Schritt zu halten, dürfte auch ihm nicht entgangen sein. Doch Ludewig betont: „Wir wollen, dass Digitalisierung im System der GKV stattfindet. Deswegen bringen wir diese Geschwindigkeit rein.“ Andernfalls würden amerikanische oder chinesische Konzerne die Entwicklung diktieren.
Ebenfalls zu Gast: der Produktmanager der ePA, Charly Bunar von der Gematik. Anhand einer Demo-Version verschafft er den Ärzten Einblick in Aufbau und Bedienung der ePA und erläutert ihre Anbindung ans Praxisverwaltungssystem (PVS). Demnach liegen alle Daten in der ePA in verschlüsselter Form vor. Sie können nur lokal, also etwa über das PVS des Arztes, entschlüsselt werden. Daten, die ein Arzt dort ablegt, kann er mit wenigen Arbeitsschritten als Kopie in die Akte einspeisen. Informationen von anderen Leistungserbringern sind farblich gekennzeichnet. Über eine Suchfunktion lassen sich zudem Einträge anhand von Metadaten finden. Als Bindeglied zwischen Akten- und Primärsystem dient der eHealth-Konnektor.
Neben eventuellem Mehraufwand machen Ärzte vor allem neue Haftungsrisiken zu schaffen, die durch die ePA entstehen könnten. Rechtsanwalt Dr. Philipp Kircher gibt Entwarnung. Denn: Ärzte müssten die ePA nicht anlasslos durchforsten. Eine Pflicht zum Lesen fremder Behandlungsunterlagen bestehe nur dann, wenn es medizinisch-fachlich sachgerecht sei. Kircher: „Befürchtungen, dass die ePA zu vermehrten Haftungsrisiken führt, teile ich eher nicht.“
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