21.01.2019

eHealth-Kongress: Spahn will gematik-Struktur verändern

Berlin – Der Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion trägt den Namen „Zukunft eHealth – Chancen für die digitale Gesundheitsversorgung“. Und was Jens Spahn in naher Zukunft im Bereich eHealth plant, verrät der Bundesgesundheitsminister zu Beginn der Veranstaltung: Er will 2019 die Struktur der gematik verändern.

„Die Struktur führt offenbar dazu, dass Entscheidungen nicht immer sachgerecht, sondern manchmal auch verzögert und im Kompromiss erfolgen“, meint der Minister. Das müsse sich ändern. Einzelne Akteure im System könnten derzeit ganze Entscheidungsprozesse aufhalten.
Spahns Rede ist nur ein Programmteil des Kongresses, den die Arbeitsgruppe Gesundheit und die Junge Gruppe der Unionsfraktion in ihrem Sitzungssaal im Reichstag veranstalten. Der Schwerpunkt liegt auf zwei Podiumsdiskussionen mit Experten aus Politik, Selbstverwaltung, Forschung und Medizin. Beim Thema „Datennutzung versus Datenschutz“ hebt Prof. Mario Voigt von der Quadriga Hochschule Berlin hervor, dass der geltende Datenschutz nicht mit Big Data kompatibel sei. Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, meint, dass man in bestimmten Bereichen, Patienten verpflichten müsse, ihre Daten zur Verfügung zu stellen – zum Beispiel in der Orphan-Medizin-Versorgung. Prof. Roland Eils wünscht sich eine Kampagne mit dem Titel: „Gesundheitsdaten retten Leben!“ Eils ist Gründungsdirektor des Zentrums für Digitale Gesundheit am Berliner Institute of Health.
Bei der Podiumsdiskussion zum Thema eHealth-Standort Deutschland wird deutlich, dass noch wichtige Voraussetzungen fehlen. Prof. Gernot Marx, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin, hält eine „sektorenübergreifende Vergütungsstruktur“ für notwendig. Die vielen „Insellösungen“ müssten zusammengeführt werden, wünscht Dr. Susanne Johna, Mitglied des Vorstands der Bundesärztekammer. Praktizierende Mediziner sperrten sich nicht gegen digitale Anwendungen, sagt sie. Aber der (Zusatz-)Nutzen müsse gewährleistet sein.
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