21.02.2020

DMP-Programm für Osteoporose-Patienten beschlossen

Berlin – Patienten, bei denen eine medikamentös behandlungsbedürftige Osteoporose diagnostiziert wurde, können sich zukünftig in einem strukturierten Disease-Management-Programm (DMP) leitliniengerecht versorgen lassen. Das beschließt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).

Besonders häufig tritt die Skeletterkrankung Osteoporose im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Überdurchschnittlich betroffen sind postmenopausale Frauen. Das DMP richtet sich an Patienten mit einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose. Frauen können sich ab dem vollendeten 50. Lebensjahr in ein DMP einschreiben lassen, Männer ab dem 60. Lebensjahr. Ziel des DMP ist es laut G-BA, „weitere Knochenbrüche zu vermeiden, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und Schmerzen zu reduzieren“. Die therapeutischen Maßnahmen seien in Abhängigkeit von Alter und Begleiterkrankungen des Patienten auszuwählen. Die Empfehlungen für die medikamentöse Therapie sind spezifiziert für Männer und/oder postmenopausale Frauen. Die Empfehlungen für die nichtmedikamentöse Therapie betreffen beispielsweise lebensstilbezogene Schulungen, die Ermittlung des Sturzrisikos ab einem Lebensalter von 70 Jahren und das Angebot von Funktionstraining oder Rehabilitationssport. Der G-BA legt den Beschluss nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vor.

Weiterhin hat der G-BA die geltenden Anforderungen an das DMP für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 aktualisiert. Derzeit sind ca. 225.000 gesetzlich krankenversicherte Patienten in diesem DMP eingeschrieben. Die Aktualisierung betrifft beispielsweise die individuelle Therapieplanung, deren Ziel insbesondere die Einstellung auf einen „normnahen“ Glukosewert und die Vermeidung von Unter- und Überzuckerung ist. Hinsichtlich der Empfehlungen zum Lebensstil werden neben Tabakkonsum weitere Risiken wie Alkoholkonsum oder Unterzuckerung im Alltag aufgenommen. Auch dieser Beschluss wird dem BMG zur Prüfung vorgelegt.
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